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illigdebatte

Akte Datacons

-64/63 Marcus Vipsanius Agrippa geboren (aus ritterlichem Geschlecht in Dalmatien )

-44 Im April nach Caesars Ermordung treffen Octavian und Agrippa gemeinsam in Rom ein

-43 Agrippa Volkstribun

-41 Agrippa entlastet Salvidienus Rufus durch die Besetzung von Sutrium

-40 Agrippa hält das  Entsatzheer von Perusia fern. Verständigung von Brundisium: Augustus bekommt den Westen, Antonius den Osten, Lepidus Africa. Italien neutralisiert.

-39 Vertrag von Misenum: Sextus Pompeius erhält Sizilien, Sardinien, Korsika und Achaea gegen Getreidelieferungen. Erste Statthalterschaft des Marcus Vipsanius Agrippa in Gallien. Umsiedlung der rechtsrheinischen Ubier in das ehemalige Stammesgebiet der Eburonen beginnt. Gründung des Oppidum Ubiorum (Köln) rund um den Kern der Rekrutierungsbüros für die ubische Leibwache des Kaiserhauses.

-37 Agrippa Consul

-36 Agrippa setzt nach Sizilien über und erringt einen Seesieg über  Pompeius bei Mylae und Naulochus (mit einer Flotte, die Antonius Augustus eigens zu diesem Zweck überlassen hat. Beginn der Freundschaft Agrippas mit seinem ubischen Leibwächter Segimer. dialogus primus 

-33 Agrippa beginnt den Bau von Wasserleitungen und Bädern in Rom

-32 -32/30 Ptolemäischer Krieg.
Agrippa leitet Neubau von Schiffen. Er läßt die Neubauten panzern. Diese neue Waffe gewinnt die Seeschlacht von Aktium.

-31 Agrippa siegt bei Aktium über die Flotte von Antonius und Kleopatra.
Kampflose Übergabe von 19 Legionen. Agrippa hält Unruhen in Rom nieder.

-30 Eroberung von Alexandria. Selbstmord von  Antonius und Kleopatra. 
Ägypten wird römische Provinz, damit ist der Orbis so gut wie geschlossen. Agrippa betrachtet die Expansion als beendet. In dieser Zeit erste leichten Meinungsverschiedenheiten zwischen Augustus und ihm.

-28 Agrippa zum zweitenmal Consul.
Gaius Iulius Hyginus, Freigelassener des Augustus aus Spanien, leitet die Palatina, i.e. die Bibliothek des Augustus, verfaßt Werke zur Mythologie, Religion, Landwirtschaft und Geographie Italiens sowie Biographien und philologische Kommentare - später versteckt er die ersten Archivbestände des COT in der kaiserlichen Bibliothek.

-27 Agrippa zum drittenmal Consul.Fertigstellung des Pantheons, größter Kuppelbau der Antike.Ägypten wird zur Grundlage der römischen Getreideversorgung. COR schickt eine Dschunke aus, um die Natur des Römischen Imperiums zu erforschen. Die Besatzung entführt in Ägypten römische Beamte, um sie zu verhören.

-26 Agrippa vertritt Augustus in Rom

-25 Agrippa übersiedelt in die domus augusti. Die COR-Dschunke im Roten Meer wird aufgebracht. Die Römischen Beamten werden befreit. Die Besatzung in die Sklaverei verkauft.

-24 Beginn der Bauten Agrippas auf dem Marsfeld.
Agrippas Sklavenmeister erwirbt den Dschunkenkapitän. Der Mann kommt mit Agrippa ins Gespräch und erzählt ihm über COR. Agrippa läßt ihn frei, stattet ihn mit Geld und einem Brief aus und bringt ihn heil über die Parthergrenze. Er selber hat sich schon seit längerem mit dem Gedanken getragen, die Herrscher zu beherrschen. dialogus secundus. Um diese Zeit Beginn der Arbeit am Aurum Agrippae.
In Rom tut sich eine Gruppe von drei hohen Beamten und Militärs zusammen, an deren Spitze Agrippa tritt. Die ersten Anfänge des COT. Agrippa gründet diesen Rat ohne Wissen des Augustus. Marcus Vipsanius Agrippa princeps bis –12

M.V.Agrippa wäre Augustus' Wunschkandidat für die Nachfolge gewesen, er wurde mit Julia, der Tochter des Augustus aus seiner Ehe mit Scribonia verheiratet. Doch Agrippa starb 12 acn. Sein Sohn C.Caesar, den Augustus zum Kronprinzen machte, obwohl er sich zu dieser Zeit schon sehr auf  Tiberius stützte (mit dem er Julia zum zweitenmal verheiratet hatte) , C.Caesar also starb 4 pcn. Augustus überlebt alle Nachfolger, die er sich gewünscht hat.
Agrippa ist die Alternative, die hätte sein können.

-23 -23/21 Agrippa als proconsularischer legatus Augusti im Osten des Reichs. Hier erreicht ihn die Retour-Gesandtschaft des COR-Kapitäns. COR bietet Aufbauhilfe an. Agrippa akzeptiert in gewissem Umfang.

-21 Bevor Augustus in den Osten zieht, übergibt er Agrippa das imperium maius über Rom und den Westen

-20 -20/19 Agrippa in den Westprovinzen. Niederwerfung der Cantabrer.

-19 Die Aufgaben nehmen zu. Die ursprüngliche Dreiergruppe sucht sich Gehilfen, deren Anzahl schwankt. Diese frühen legaten möchten natürlich gern dem innersten Kreis angehören, aber Agrippa verweigert ihnen das. Er ist in Gallien.
Zweite Statthalterschaft Agrippas in Gallien. Bau einer Fernstraße von Lugdunum über Augusta Treverorum bis nach Köln, bzw. Neuss. Das Archivum Agrippae nimmt erste Gestalt an.

-18 Agrippa erhält das außergewöhnliche imperium im ganzen Reich und die tribunica potestas für fünf Jahre.

-17 Nach den Säkularspielen reist Agrippa in den Osten.

-15 Agrippa freundet sich mit Herodes an. Vorstoß des Tiberius und Drusus an die obere Donau: Errichtung der Provinzen Raetica und Noricum. 

-14 Einer der legaten scheidet verbittert aus dem Rat aus. Man läßt ihn. Aber der Mann ist gefährlich, es wird nicht verhindert, daß er Augustus Informationen für Geld anbietet. 

-13 Agrippas Stellung in Rom wird durch erneute Verleihung der tribunica potestas für weitere fünf Jahre bestätigt. 
Augustus wird hinterbracht, daß es eine geheime Organisation gibt, geführt von seinem Liebling Agrippa.

-12  Agrippa wird aus Pannonien nach Rom befohlen. In einem Anfall von Verbitterung läßt Augustus ihn noch auf dem Weg und ohne ihn vorher gesprochen zu haben mit  einem langsam wirkenden Gift ermorden. 
(Nach anderen Dokumentenfunden leidet Agrippa seit langem an unheilbarem Krebs. Der Kaiser und der Gründer sprechen ab, daß Agrippa freiwillig aus dem nicht mehr aushaltbaren Leben scheidet. Man will den jungen Rat der Gründer vor Tiberius schützen.)
Den Strukturen des Rates spürt Augustus allerdings nicht weiter nach! Warum? Glaubt er, ihn unter Kontrolle zu haben? Hat er COT unterwandern lassen? Oder reute den Kaiser einfach die voreilige Hinrichtung des besten Freundes und er will an diese ganze Sache nicht mehr rühren?

Der Rat ist knapp dem Untergang entronnen. Er stellt sich tot. Er richtet einen internen Geheimdienst ein, um Abtrünnige zu finden und zu liquidieren. Er beschränkt sich auf den Ausbau seiner wirtschaftlichen Basis, ohne sich in den folgenden Jahren groß in die Staatsgeschäfte einzumischen.
Unter T.M.Gnipho betreibt die Behörde intensive Seidenstraßen-Kontakte. Das Imperium, auf seinem Höhepunkt, schaut sich nach gleichrangigen Partnern um. COT verdient an den Getreideflotten Ägyptens, der Rat lenkt dieses Geschäft.

Titus Marullus Gnipho (der Geizhals) princeps bis +16
Er ist Erbe zahlreicher großer Vermögen, die er sparsamst bis zur Lächerlichkeit anhäuft und so für alle Zukunft die Grundlage der wirtschaftlichen Unabhängigkeit und Macht des COT schafft. Großer Besitz im Orient, vor allem in Ägypten und Syrien. Dieser Besitz wird Jahrhunderte später in islamischer Zeit zur Wirtschaftsbasis des CLU.

-10 Es gibt Indizien, daß Hyginus, der Bibliothekar des Augustus und gleichzeitig der Archivar von COT, Agrippa verraten habe. Gnipho widerlegt das und spricht ihm das Vertrauen aus. Allerdings wird nie geklärt, ob der wirkliche Verräter nicht über die Mitarbeiter des Hyginus an bestimmte Informationen gekommen sein könnte. Aber auch der wirkliche Verräter wird nicht gefunden.

-9 Die erste Hinrichtung. Gnipho  glaubt herausgefunden zu haben,  wer Agrippa verraten hat. Ein Sekretär des Hyginus. Er irrt sich aber. Er tötet eigenhändig einen Unschuldigen – was ihm kurz darauf auch klarwird. Wer die wahren Schuldigen waren, wird nie entdeckt. Die Behördenstruktur wird ‚für immer‘ definiert: einer inneres Dreierconsilium, ein äußerer Legatenkreis von 8, die den Führungszirkel zumindest persönlich kennen, ein wechselnder und wachsender Kreis von zusätzlichen Mitarbeitern, die in losem Kontakt zum COT arbeiten.

0 Seitens des Rates besteht an Jesus Christus keinerlei Interesse.

9 Varus soll das Land zwischen Rhein und Elbe einer ausgereiften zivilen Provinzialverwaltung unterstellen. Steuerwesen, Rechtsprechung etc.. Der Rat will diese strategische Überdehnung verhindern. Gnipho sieht jetzt die letzte Chance, Rhein-Elb-Germanien wieder loszuwerden. Er versorgt Arminius und dessen Verbündete mit den nötigen Informationen. Er plant den Untergang von Varus‘ drei Legionen. 

August: Katastrophale Niederlage und Vernichtung von 3 Legionen bei Kalkriese. Arminius hat  den Auftrag des Rates erfüllt. Die Expansion Roms ist gestoppt. Bald darauf veranlaßt der Rat die Ermordung des Arminius.

10 Gaius Iulius Hyginus, der Bibliothekar des Augustus, stirbt. Vorher übergibt er Gnipho die letzten in der Kaiserlichen Bibliothek noch eingelagerten COT-Archivbestände . Die letzten? Nein, ein paar wenige verräterische Hinweise bleiben in der Eile liegen. Die Geheimarchive von Numistro werden eingerichtet, zumal das Archivum Agrippae in Köln sich in einer sehr prekären Situation befindet. 

16 Septimus Gordianus princeps bis 17

17 Lucius Verus princeps bis 24

24 Caius Macer princeps bis 30

30 Lysippides von Delphi princeps bis 38

38 Quintus Licinius princeps bis 39

39 Sextus Fabius princeps bis 51

48 48/49 Apostelkonzil von Jerusalem. Die Missionsgebiete werden aufgeteilt. Paulus - Heidenmission. Petrus - Judenmission. In dieser Eigenschaft wird er vom Herrenbruder Jakobus abhängig, der inzwischen die Urgemeinde von Jerusalem leitet. Jakobus will ein Kalifat der Familie Jesu aufbauen.

51 Sextus Cornelius princeps bis 55
L. Iunius Gallio Annaeanus, Bruder des Seneca, Adoptivsohn des Senators Iunius Gallio, ist Proconsul von Achaia. In Korinth sitzt er über den Apostel Paulus zu Gericht. (Apostelgeschichte 18, 12-17) Seit dieser Zeit kümmert COT sich verstärkt um die Beobachtung der Christen, die in Gallios Händen liegt.

55 Titus Tullius princeps bis 64

62 Der Hohepriester Hannas II. läßt den Herrenbruder Jakobus von einem rechtswidrigen Sanhedrin zur Steinigung verurteilen, während der Statthalter Festus bereits tot, sein Nachfolger Albinus noch auf dem Weg von Alexandria nach Jerusalem ist. Man reitet ihm entgegen und macht ihn auf das Vergehen des Hohepriesters aufmerksam. Der Hohepriester wird abgesetzt.

64 Marcus Vorenus princeps bis 83
Paulus verrät Petrus an die römischen Behörden, so daß Petrus in Gefangenschaft gerät. Der Grund: Petrus kommt ihm, entgegen den Abmachungen des Apostelkonzils, bei der Spanienmission in die Quere.

In der Nacht vom 18. Zum 19. Juli beginnt der Brand Roms. Mehr als sieben Tage. Eigentlich ein Testfeuer, das aber durch den Wind außer Kontrolle gerät. Tigellinus und andere Prätorianer legen die Brände in Neros Auftrag. Der Kaiser will Platz für die Domus Aurea schaffen. Beginn einer Christenverfolgung.

Gefälschte Briefe eines angeblich auferstandenen Herrenbruders Jakobus, der alle Gemeinden rings um das Mittelmeer unter Jerusalemer Kontrolle vereinigen will, alarmieren Gallio (Senecas Bruder). Er sieht das Polis-Projekt gefährdet durch eine Art Kalifat der Christen, die in den Häfen zahlreich sind.  Im Auftrag von Vorenus läßt er Petrus durch Faustus aus dem Mamertinischen Kerker befreien. Sie söhnen Petrus und Paulus aus, behaupten, der falsche Jakobus hätte Petrus verraten. Konzil von Numistro. Petrus und Paulus schicken mithilfe von COT-Boten mündliche Botschaften mit Kennworten an ihre Vertrauten in allen Gemeinden, um den falschen Jakobus auszuschalten.

Dossier Petrus     (ab 21.01.2000 am Netz)

Baubeginn der Domus Aurea unter den Architekten Severus und Celer.

Ein Double von Petrus wird als Petrus hingerichtet. Petrus selber bleibt bis zu seinem Tode 69 inkognito in Numistro.

Vorenus beauftragt die Brüder Cornelius und Manius Acro mit dem Polis-Projekt.

79 Zwischen princeps Marcus Vorenus und Hieron von Alexandria bricht jedes Vertrauen zusammen. Vorenus schickt Cornelius Acro nach Alexandria, um das Hauptarchiv heimzuholen. 
Vorenus will die Archive des Rates  in den geheimen Ratssitz bei Numistro verlagern. Dort sollen sie neu gesichtet, katalogisiert und dechiffriert werden. 

Akte Pompeji     (ab 19.03.1999 am Netz)

24. August Untergang von Pompeji und Herculaneum. Cornelius Acro mit seinen Leuten und dem Archiv verläßt Pompeji keine Stunde vor dem Vesuvausbruch.
Plinius der Ältere, der das Acro-Schiff nach Misenum umgeleitet hat kommt bei dem Versuch um, die Akten der Gründer zu retten.

Umfangreiche Grabungen bald auch unter der persönlichen Leitung des Vorenus. Er beobachtet am Ausgrabungsort nächtliche Zusammenkunft der Gebrüder Acro. Sie verbrennen ausgegrabene Dokumente. In Scrinia, die Vorenus öffnet, findet sich pompejanische Asche, so daß davon ausgegangen werden muß, daß noch am Ort der Ausgrabung Akten vertauscht oder eingeschmuggelt worden sind.

Möglicherweise schmuggelt Manius Acro in die Funde gefälschte Dokumente ein. Gewiss bleiben aber auch Dokumente liegen - zum Beispiel im Gasthof des Sittius.

83 Caius Poblicius princeps bis 94

Agricola weitet Provinz Britannien bis Schottland aus. 86-90 Erfolgloser Krieg gegen Dacerreich. Der Rat hatte abgeraten und wirtschaftliche Kooperation mit den reichen Edelmetallgruben vorgeschlagen. Seit 89 Attentatsfurcht Domitians. Majestätsprozesse. Unterdrückung aristokratischer Opposition. Errichtung der Provinzen Germania superior und Germania inferior. Neuer Kanal vom Nil zum Roten Meer.

94 Quintus Figulus princeps bis 96

96 Phaedrus von Paphos princeps bis 106

106 Philon von Macedonia princeps bis 124

124 Dionys von Palmyra princeps bis 137

137 Caius Fabius Macedo (der Lustknabe) princeps bis 138

138 Marcus Tullius princeps bis148

148 Lucius Cornelius princeps bis 156

156 Marcus Aurelius Antoninus princeps bis 180, Imperator Romanus Semper Augustus 161 bis 180, bis 169 gemeinsam mit Lucius Verus. Der einzige GründerKaiser im wahren Wortsinn. In seiner Regentschaft entscheidet sich im Think Tank des Kölner Archivs (Archivum Agrippae), dass die expansive Zangenbewegung, zu der COR die Gründer ermuntert, abgelehnt wird. Federführend bei diesen Studien ist Diodor von Bonna.

180 Diodor von Bonna princeps bis 189 
Im Rat findet ein Übergang vom Principat zum Dominat statt. Die Macht des princeps wird absolut. Es bürgert sich allerdings die Sitte ein, seinen Nachfolger zu wählen.  Der Nachfolger muß nicht mit dem Stellvertreter identisch sein.

189 Cnaeus Cassius princeps bis 201

201 Publius Tibullus princeps bis 207

207 Sextus Annaeus princeps bis 215

215 Drusus Asinius princeps bis 218

218 Cnaeus Livius princeps bis 229

229 Cnaeus Livius stirbt unter bis heute ungeklärten Umständen.
Nicolaus von Utica princeps bis 234

234 Tiberius Ovidius princeps bis 243

243 Alexander von Seleucia princeps bis 249

249 Publius Rufus princeps bis 259

259 Aulus Cornelius princeps bis 274

274 Strabo von Eburacum princeps bis 284

284 Diophantos von Athen princeps bis 301 
Vier gleichberechtigte praefecten an den Höfen der vier Tetrarchen , sobald Diokletian die Tetrarchie errichtet hat.

301 Marcus Longinos princeps bis 310

310 Paulus Cyprianus princeps bis 313

313 Oreibasios von Byzanz princeps bis 326
Mailänder Edikte unter Kaiser Konstantin: Zulassung des christlichen Kultes. Der Rat arbeitet daran, das Christentum unter staatliche Kontrolle zu bringen, scheitert jedoch an dieser Aufgabe. Steinernes Dokument dieses Scheiterns sind die Skulpturen der Quattuor Coronati auf einer Portikussäule des Dogenpalasts zu Venedig.

326 Proclos  princeps bis 328

328 Ambrosius Marcellinus princeps bis 335

335 Ambrosius Arabicus princeps bis 339

339 Ambrosius von Babylon princeps bis 350

350 Ammianus Treverus princeps bis 356

356 Flavius von Malaca princeps bis 368

368 Macrobius von Capua princeps bis 389

389 Eunapius von Kyrene princeps bis 397

397 Sulpicius von Massilia princeps bis 413 

410 24.-27. August:  Alarichs Goten plündern Rom.
Tod Alarichs. Beisetzung im Busento. Stilicho hat mit seinem Gegner abgerechnet und birgt den riesigen Schatz für den Rat.
Attila als Geisel am weströmischen Kaiserhof in Ravenna.

413 Damascios princeps bis 423

423 Orosius princeps bis 442

433 433/434 Aetius vernichtet mithilfe der Hunnen das Burgunderreich.

442 Zosimos princeps bis 451

445 Nach Ermordung seines Bruders Bleda wird Attila alleiniger Hunnenkönig

448 Orestes ist Sekretär Attilas.
Ostrom wird Attila tributpflichtig.
Totila mit einer weströmischen Gesandtschaft in Attilas Lager. Erfolgloser Versuch, den Hunnenkönig zu töten. Zur gleichen Zeit weilt die oströmische Gesandtschaft des Priscus am Hunnenhof. Zerkon und Totila lernen sich kennen. Zerkon als Hofnarr und COT-legat am Hunnenhof.

451 Childericus Belgicus princeps bis 452
Unter dem Vorwand, die Mitgift für eine fiktive Ehe mit der weströmischen Prinzessin Honoria an sich bringen zu wollen, dringt Attila über Germanien nach Gallien vor. Er belagert Orleans - wo sich Totila aufhält.

Senator Avitus ehemaliger Prätorianerpräfekt, der am Hof des tolosianischen Westgotenreichs hohes Ansehen genießt, redet den Westgoten die Allianz mit Attila aus und zieht sie auf die Seite des Aetius, der mit dem weströmischen Kernheer in Eilmärschen herbeieilt, Orleans zu entsetzen. Der Entsatz gelingt. Die Hunnen ziehen sich zurück. An der Marne, auf den Katalaunischen Feldern bauen sie eine Wagenburg und stellen sich hier erst wieder zur Schlacht. In der Schlacht scheitert ein zweiter Anschlag Totilas auf den Hunnenkönig. Totila und Zerkon sehen sich wieder.

Schlacht auf den Katalaunischen Feldern bei Troyes.

Akte Hunnenschlacht     (ab 15.04.2001 am Netz)

Attila zieht sich, geschlagen in seine Wagenburg zurück. Aetius könnte am nächsten Tag angreifen und hätte die Chance, ihn zu vernichten. Aber er fürchtet, seine germanischen Koalitionäre würden ihm sofort davonlaufen, wenn die alles überschattende Hunnendrohung verschwände. Aetius läßt Attila entkommen. Gegen den Willen von COT.

Totila wird zum COT-legaten bei Aetius ernannt.

Theoderich, der König der Westgoten, fällt in der Schlacht. Sein Sohn Thorismund wird noch auf dem Schlachtfeld auf den Schild erhoben. Nach der Schlacht läßt er sich gern darauf ein, Attila entkommen zu lassen. Es drängt ihn in seine Hauptstadt Toulouse, um  dort seine neue Königswürde gegen eine Anzahl von neidischen Brüdern zu sichern.

Attila weiht nach Pannonien zurück und reorganisiert sich. Zerkon gewinnt im folgenden Jahr am Hunnenhof immer größere Selbständigkeit und Handlungsspielräume. War er zunächst fast als Sklave gehalten worden, so kann er nun Post empfangen und schicken und sich relativ frei bewegen.

452 Dracontius von Utica princeps bis 460

Attila dringt mit seiner neuen  Kampagne nach Italien vor und belagert Aquileja, wo sich princeps Childericus Belgicus und sein Stellvertreter Dracontius von Utica aufhalten.

Akte Hunnenschlacht 2     (ab 26.05.2002 am Netz)

Aetius operiert in Oberitalien, unfähig, die Stadt zu entsetzen.
Zerkon befindet sich bei der hunnischen Belagerungsarmee. Er schreibt Totila jenen Brief, der den leoninischen Mummenschanz auslöst.
Childericus fällt beim Sturm auf die Stadt. Zerkon befreit Dracontius aus hunnischer Gefangenschaft und geht mit ihm in die Lagune, wo der Rat auf dem Platz des heutigen Venedig ein Ausweichquartier geschaffen hat. Zerkon sorgt dafür, daß Dracontius zum neuen princeps gewählt wird, bevor er an den Hunnenhof zurückkehrt.
Attila verwüstet Oberitalien, während Aetius nur noch zu systematischen Störmanövern in der Lage ist. Unterdessen hat sich Totila nach Rom aufgemacht, um den päpstlichen Mummenschanz in die Wege zu leiten.
Zerkon verzögert die Bewegungen Attilas, indem er ihn in Mailand bindet, solange bis ein Fresko im Palast geändert worden ist, das Attila geärgert hat.
Inzwischen machen sich im Hunnenheer Cholera, Verdauungsstörungen, und Lustlosigkeit breit. Attila ist im Grunde schon bereit, sich zurückzuziehen, als die Gesandtschaft Papst Leos ihn an der Mincio-Furt bei Mantua antrifft und das Peter&Paul-Spektakel inszeniert. Es konnte nie geklärt werden, ob Attila den Mummenschanz für bare Münze nimmt, oder ob er ihn nur als höchstwillkommenen Anlaß, sich zurück zu ziehen, duldet. 
Attila zieht sich nach Ungarn zurück. Zerkon folgt ihm. Totila bleibt bei Aetius.
Dracontius führt eine Strukturreform des Rates durch. Die vier Zentren sind nun Venedig, Constantinopel, Alexandria und Köln.

Zerkon Totila und Dracontius begegnen uns auf den Portikuskapitellen des Dogenpalastes wieder, in Columnae.

460 Vidigoia princeps bis 461

461 Artus Celticus princeps bis 471

471 Hesychios aus Antiochia princeps bis 473

473 Origenes von Sirmium princeps bis 484

484 Agilulfus Pater princeps bis 486
Schisma zwischen Ost- und Westkirche wegen Uneinigkeit über die Glaubensformel

486 Cnaeus Tullius princeps bis 493

493 Agilulfus Filius princeps bis 511 

511 Gregorius von Lutetia princeps bis 524

524 Fortunatus princeps bis 546

530 Das Byzantinische Archiv verklagt den legaten Hippias in Venedig als Rebell. In Venedig sieht man jedoch, daß Hippias, im Rahmen seiner Möglichkeiten, recht vernünftige Ergebnisse erzielt. Auch werden von seinen ausgedehnten Gütern regelmäßig hohe Überweisungen an den Horrea-praefecten der Zentrale getätigt, während die übrigen quaestoren im Einflußbereich des Byantinischen Archivs immer nur über die üble Wirtschaftslage jammern.

531 Princeps Fortunatus beauftragt den Revisor Ofellus mit heimlichen Nachforschungen.
Hippias rechtfertigt sich in einem langen Brief an Venedig, in dem er seine aufopferungsvolle Rolle als Liebhaber der Kaiserin darlegt, der täglich sein Leben aufs Spiel setzt, weil er immer Entdeckung befürchten muß.
Zum Ende des Jahres gibt Ofellus sich in Konstantinopel zu erkennen. Kriton und seine magister versuchen, sich völlig gegen eine Revision ihrer Amtsführung und ihres Geschäftsgebarens abzuschotten. Sie ziehen die Autorität des Ofellus in Zweifel. Ja, sie unterstellen sogar dem princeps, er würde sich nicht genug in den byzantinischen Verhältnissen auskennen, um eine Bewertung ihrer Arbeit durchzuführen. 
Der Straßenterror der blauen und grünen Rennparteien erreicht einen neuen Höhepunkt. Der Prätorianerpräfekt Johannes der Cappadocier und Tribonian ziehen den meisten Haß auf sich.

532 Vorübergehendes Ende des Perserkriegs. Belisar kehrt nach Constantinopel zurück.
Ofellus versucht nach wie vor vergeblich, Kriton zur Mitarbeit zu bewegen. Er hat bewußt auf die Anwesenheit Schwarzer Hände verzichtet. Das rächt sich nun. Ihm wird nicht der geringste Respekt entgegen gebracht.
Der Straßenterror der Rennparteien geht weiter. Der Prätorianerpräfekt Johannes der Cappadocier nimmt sieben Angehörige der Blauen und Grünen fest. Sie werden zum Tode verurteilt.
Zwei der Festgenommenen, ein grüner und ein blauer, können bei der Hinrichtung fliehen. Die Heruler jagen sie. Das Volk von Konstantinopel versteckt und schützt sie. Straßenkämpfe brechen aus, während im Hippodrom die Rennen laufen.
Im Hippodrom beginnen die Rennen zu den Iden des Januar. Es kommt zu Unstimmigkeiten im Rennablauf.
Als die Nachricht von den Straßenkämpfen die Kaiserloge und das Hippodrom erreicht, bricht ein Aufstand los. Die Nika-Revolte.

Akte Nika     (ab 21.07.2002 am Netz)

Justinian opfert Johannes und Tribonian - erfolglos. Justinian will fliehen. Theodora überzeugt ihn, zu bleiben.
Justininan wirft die Neffen seines Vorvorgängers Anastasios aus dem Palast. Unter dem Vorwand, sie würden den Aufstand unterstützen. Theodora rät hiervon ab. Der Kaiser setzt sich über seine Frau hinweg.
Ofellus hat den Hofmagister Charmides gewarnt, daß ebendies auf keinen Fall geschehen dürfe. Charmides läßt es geschehen.Ofellus vermißt schmerzlich die Anwesenheit Schwarzer Hände, um Charmides zur Rechenschaft ziehen zu können. 
Hippias veranlaßt, daß Theodoras Schnellgaleere ausläuft, um Schwarze Hände herbeizuschaffen.
Der Kronrat beschließt, die Aufständischen im Hippodrom durch Bestechung zu spalten.
Ofellus beteiligt sich namens der Gründer begeistert an dem Vorgehen.
Während Nareses und Ofellus im Hippodrom Blaue und Grüne bestechen, beschließt der Kronrat, das Hippodrom durch die Generäle Belisar und Mundus in die Zange nehmen zu lassen. Narses wird rechtzeitig gewarnt - von einem Gründer. Ofellus wird von seinen eigenen Leuten im Stich gelassen, während im Hippodorm das Gemetzel  losbricht. Er rettet sich auf abenteuerlichen Wegen durch die Bärenkäfige des Hippodroms und wird von Degenmännern aufgefunden, die auf Hippias' Veranlassung und Theodoras Befehl nach ihm suchen. Inzwischen sind die Schwarzen Hände eingetroffen. Hippias hat sie veranlaßt, die magister des Byzantinischen Archivs festzusetzen.

546 Gildas Sapiens princeps bis 558

558 Vitices von Ravenna princeps bis 560

560 Vitices stirbt durch Selbstmord. Verhandlungen aller vier Ratszentren in Venedig. Nicht Vitices' successor wird Nachfolger, sondern ein Kompromißkandidat:
Dioscurides von Nicea princeps bis 570

570 Origenes Apostata princeps bis 587

587 Leovigildus princeps bis 597

597 Chlotar Parisius princeps bis 599

599 Dagobert von Metz princeps bis 608

600 Der Busentoschatz wird teilweise in Klostergründungen investiert. 

608 Jacob von Aiginas princeps bis 611

610 Mohammeds erste Visionen

611 Isidor von Chersones princeps bis 622

622 Johannes von Edessa princeps bis 624
Hedschra. Mohammeds Flucht von Mekka nach Medina. Islamischer Staat entsteht.

624 Martin von Alexandria princeps bis 632

632 Hilduin aus Thule princeps bis 636
Mohammed stirbt. Abu Bakr, der Vater von Mohammeds Lieblingsfrau wird für zwei Jahre Nachfolger und hält die Bewegung zusammen. Omar, der später Kalif, spielt schon jetzt eine bedeutende Rolle.

636 Constantin Arabs princeps bis 648
Der agnostische princeps aus Mekka erfaßt das Potential des Islam sehr früh, und orientiert den Rat auf eine Zusammenarbeit, um den orbis, durchaus unter islamischem Vorzeichen, wieder rund zu machen. Constantin Arabs gewinnt Einfluß auf Kalif Omar. Als die Bibliothek Alexandrias verbrennt, hat der Rat mithilfe des Kalifen bereits organisiert, daß der wichtigere Teil der Bestände in Sicherheit ist. Zum Teil verbrennen dort leere Regale.

648 Georg von Armenien princeps bis 651

651 Macrobios von Aleppo princeps bis 658

658 Harun von Basra princeps bis 674
Erster islamischer princeps. Er läßt die Filiale Byzanz verwaisen und geht nach Jerusalem. Über Widerstände in seiner Beamtenschaft setzt er sich hinweg. Sein Plan, auf den er nach und nach die Mehrheit der östlichen Beamtenschaft und einen Teil der venezianischen, niemals aber die Kölner Beamtenschaft einschwört, knüpft an Constantin Arabs an.

671 Der COT-legat Kallinikos von Byzanz arbeitet im Auftrag einer geheimen Oppositionsgruppe an der Entwicklung des griechischen Feuers aus Schwefel, Steinsalz, Harz, Erdöl, Asphalt und gebranntem Kalk, das aus Druckspritzen geschleudert wird und Konstantinopel mehrfach vor arabischer Erstürmung rettet.
Liutprand Mediolanus, magister horrei, betreibt die manufakturmäßige Erzeugung von griechischem Feuer und Spritzen. Der Rat verdient viel Geld damit, weil die Waffe dem Kaiser von Byzanz verkauft. Die islamische Behördenleitung hat keine Ahnung von dem Handel.

674 Welid der Versöhner princeps bis 687
Zweiter islamischer princeps. Leitet die Behörde zunächst von Jerusalem aus. Entzieht Byzanz die Hilfe der Behörde, weil er die islamische Dynamik immer noch nutzen will. Allerdings ist auch er in erster Linie Anhänger des Orbis, nicht Muslim. Welid versucht die christlichen oder formal christlichen Räte durch Verweis auf die religiöse Toleranz der Araber gegenüber den anderen beiden Buchreligionen, Judentum und Christentum, zu beruhigen. Eine zeitlang gelingt ihm das auch.

675 Liutprand Mediolanus praefectus horrei.

678 Belagerung von Konstantinopel endet erfolglos. 
Der Plan Welids ist gescheitert. Welid findet heraus, daß das griechische Feuer, das bei der Belagerung den byzantinischen Truppen so ausnehmend gute Dienste geleistet hat, mithilfe westlicher Räte entwickelt wurde. Um die entsprechenden Räte – unter ihnen Liutprand – zur Rechenschaft zu ziehen, begibt er sich in die venezianische Filiale. Verfassungskrise in der Behörde. Luitprand flieht nach Köln. Welid läßt ihn in den folgenden Jahren jagen, um ihn für einen Prozeß nach Venedig zu bringen. Die christlichen Räte sind gegen dieses Verfahren. Um sie auf seine Seite zu bringen, auch weil der Islam vor Byzanz zum Stillstand gekommen ist, schwört Welid einer weiteren Unterstützung der islamischen Sache ab, besteht aber darauf, Luitprand aus disziplinarischen Gründen weiter zu verfolgen. Köln schützt Liutprand und versteckt ihn in Klöstern. Die Jerusalemer Räte fühlen sich derweil im Stich gelassen. Sie wissen nicht, wie sie mitten in islamischem Gebiet – und nachdem sie mit den Räten im byzantinischen Reich restlos überkreuz sind – gegen den Islam operieren sollen. Jerusalem wählt einen eigenen Stellvertreter, ohne die anderen Behördenfilialen zu befragen.

686 Um Jerusalem zu halten, setzt Welid der Versöhner seinen bisherigen Stellvertreter ab und bestätigt die islamische Wahl der Jerusalemer Filiale. Liutprand ist unterdessen nach Mailand zurückgekehrt. Venezianer und Kölner Christen mißbilligen Welids Vorgehensweise. Welid schlägt daraufhin vor, die Behörde solle fortan durch ein Dreierkollegium geführt werden. Liutprand trifft in Venedig ein, mit Protestnote der Kölner. Welid will ihm trotzdem den Prozeß machen. Mit Zweidrittelmehrheit verhindern dies die venezianischen Räte.
Liutprand erschlägt Welid. Er wird zum princeps gewählt. Das überstimmte Drittel der venezianischen Beamtenschaft zieht nach Jerusalem und ruft den dortigen Chef zum princeps aus. Die byzantinischen Reste der Beamtenschaft halten zu Venedig. Auch Köln billigt die Wahl Liutprands, wählt Willibert von Xanten zu seinem Stellvertreter und schickt ihn nach Venedig. Die restliche Beamtenschaft akzeptiert das Verfahren.

687 Liutprand Mediolanus princeps bis 692

688 Beginn des unerklärten Bellum legatorum bis 732 . Mörderischer Undercoverkrieg zwischen den beiden Fraktionen des gespaltenen Rates, zunächst noch ohne offizielle Spaltung. Aber - dieses Datum gilt in CLU als eigentliches Gründungsdatum

690 Jerusalem sagt sich vom Rat los und beginnt, als rein islamische Organisation, eine neues legatennetz aufzubauen. Sie wollen den Islam steuern. Man geht nach Alexandria zurück.

692 Willibert von Xanten princeps bis 705

711 Das Maurenheer schlägt das Westgotenheer vernichtend bei Xeres de la Frontera. Die Mauren unterwerfen in wenigen Jahren ganz Spanien bis auf ein paar Kleinreiche im Norden. Seit 714 bildet Al Andalus ein selbständiges Emirat des Kalifats von Damaskus.

705 Hildeger von Tours princeps bis 732
(Es bleibt festzuhalten, dass die widersprüchlichen Daten, die im Interview mit Richard Lank (siehe collection widerwort) thematisiert wurden, anders als versprochen, auch durch die Wendung der Website im Sommer 2007 nicht zufriedenstellend erklärt werden. Anm. d.Hrsg.)

732 In den ersten Tagen des Jahres gelingt dem Noch-princeps Hildeger von Tours im Krieg der legaten ein schwerer Schlag gegen CLU. Auch Omar Hakim hätte dem Anschlag zum Opfer fallen sollen, doch Pilgrim von Benevent, der Stellvertreter Hildegers, hat ihn gewarnt. Jetzt ist Omar Hakim Chef des CLU und will mit COT Frieden schließen. Das verübeln ihm die Hardliner in den eigenen Reihen unter der Führung Ahmads. Trotzdem verhandelt Omar Hakim in Tours mit Hildeger. Abd Ar Rahman dringt unter dem Einfluß Ahmads bis zur Loire vor, um die Verhandlungen zu stören. Das mißlingt. Hildeger von Tours ruft Karl Martell rechtzeitig zu Hilfe. 
Auf der Flucht von Tours nach Poitiers wird Hildeger mit einer Steinschleuder erschossen.
Schlacht zwischen Tours und Poitiers. In Poitiers verhandeln Pilgrim von Benevent und Omar weiter. Eine Kopie
von Aurum Agrippae gelangt in die Hände von CLU. Nachts vor dem
zweiten Schlachttag rücken die Muslime ab. Karl Martell schlägt die zum Raubzug über die Pyrenäen gekommenen Araber. 

Der Friedensvertrag kommt zustande und beendet offiziell den Bellum legatorum. In zähen Verhandlungen vor und während der Schlacht entsteht das offizielle CLU – die zweite Bruderorganisation des COT. Damit verzichtet COT formell auf den Plan, alle Mittelmeeranrainer vereint zu halten. Im CLU setzt sich Omar Hakim durch. Im COT wird Pilgrim princeps.

Akte Poitiers     (ab 19.03.1999 am Netz)

Pilgrim von Benevent princeps bis 744 

744 Remedius von Ponthion princeps bis 759 
Unter diesem princeps entwickelt sich der neue Beamtentyp des majordomus praefecti / principis / successoris 

759 Demetrios von Korinth  princeps bis 770

767 CLU verlegt seinen Hauptsitz von Alexandria nach Bagdad.

770 Aldwinus von Worms princeps bis 782

782 Caedmon von Kildare princeps bis 792

792 Berethelm von Amiens princeps bis 797

797 Paulus von Murcia princeps bis 806

806 Ricolf von St. Gallen princeps bis 820

820 Warin von Messina princeps bis 828

828 Hilduin von Metz princeps bis 829

829 Cynewulf von Canterbury princeps bis 836

836 Gislo Asturicus princeps bis 842

842 Walther von Detmold princeps bis 852

852 Lothar von Besancon princeps bis 854

854 Harald von Thule princeps bis 867

867 Otfried von Fulda princeps bis872

872 Cyrillos von Ragusa princeps bis 884 

884 Photios Graecus princeps bis 889

889 Oleg von Nowgorod princeps bis 900
Unter Oleg entsteht der Plan, die Männer aus dem Norden nicht länger als Störenfriede des Orbis zu bekämpfen, sondern zu integrieren. Daß damit auch eine Christianisierung der Völker und also die Zunahme der Macht der Päpste verbunden ist, nimmt der Rat nur widerwillig in Kauf. 

900 Boso Arelatus princeps bis 904

904 Ratpertus Aquitanus princeps bis 914

914 Alfredus Britannicus princeps bis 937

937 Sergius von Tuscien princeps bis 947

947 Simeon von Warna princeps bis 950

950 Wenzel von Prag princeps bis 959

959 Gero von Corvey princeps bis 961
Die corveyer Fraktion des Rates plant einen Versuch, das byzantinische Reich mit dem westlichen wiederzuvereinigen. Geistiger Vater ist Konstantinos, der spätere princeps. Im Osten suchen sie nach einem geeigneten Kaiserkandidaten. Im Westen testen sie alle legaten, bis sie auf Willigis stoßen.

961 Miguel von Corvey princeps bis 969

969 Konstantinos von Corvey princeps bis 970
Er organisiert den Tzimiskes-Putsch in Byzanz, stirbt kurz darauf an einer Infektion.

970 Gorm von Corvey princeps bis 977
(Ob, warum und inwiefern die verschollenen Bücher VII-X der Annalen des Tacitus damals in Corvey untergebracht wurden, ist von den Auftraggebern nicht zu erfahren. Siehe CCAA. Anm. d. Hrsg.)

977 Pierre de Compiegne  princeps bis 991

988 Zwischen 986 und 988 werden die Rechtsunsicherheiten zwischen den Bistümern Köln und Lüttich bereinigt. 973 hatte der Kölner Erzbischof Gero die Vitusabtei in Mönchengladbach gegründet - auf dem Gebiet einer fremden Diözese, der Lütticher.  Jetzt werden Lüttich dafür die Pfarren Tegelen, Lobberich und Venlo aus dem Kölner Bistumsgebiet übertragen

991 Petrus von Lincoln princeps bis 998

998 Alfons von Burgos princeps bis 1017

999 11. Juni: Everger EB von Köln stirbt...der Kölner Domprobst Wenzelinus lehnt seine eigene Wahl zum Erzbischof ab und schlägt Heribert vor.
Eine Delegation geht zu Kaiser Otto und Papst Silvester nach Italien
Mitte Juli erfolgt Investitur Heriberts in Italien, Silvester stellt dafür den Stab des heiligen Petrus zur Verfügung.
Im August kartografiert der COT-Bote Anno auf seinem Weg nach Norwegen die neuen Bistumsgrenzen des Kirchspiels Lobbert. Er wird Zeuge, wie Odilo von Bocht die Geschwister Heyt tötet. Er gerät in die Gefangenschaft Odilos von Bocht und wird - wegen der geografischen Utensilien, Astrolabien, Zirkel, etc. vom Pfaffen Faramund zum Magier erklärt. Während seiner Gefangenschaft freundet Anno sich mit dem etwa zehn Jahre alten Sklaven Henn an, dem nachmaligen (1017-1030) princeps Aethelwold von Leicester.
Weihnachten zieht Heribert barfuß in Köln ein, während im Land Hungersnot herrscht.
Odilo von Bocht verkauft Annos Fuchs in Köln. So bemerken die Meister des Kölner Archivs, daß Anno ein Unglück zugestoßen sein muß. Sie schicken Konrad von Barwus mit zwölf Mann, um ihn zu suchen.
1000 Im ganzen Abendland geht die Sklavenhalterwirtschaft zuende und weicht dem Lehnswesen mit leibeigenen Bauern. Mit dem Verfall von Königsmacht und Grafenmacht lassen sich Latifundien nicht länger halten und der kleine Bauer gerät in Abhängigkeit vom Schläger um die nächste Ecke.
An der Cluniazensischen Formulierung der drei Ordnungen des Feudalismus (Hirten-Hunde-Schafe) ist COT nicht beteiligt. Allerdings schürt COT ein wenig die Millenniums-Hysterie und sorgt so für reichliche Stiftungen an die Klöster, um die Horrei aufzufüllen.

Akte Millennium     (ab 16.11.1999 am Netz)

1000 Neujahr spielt Anno im Hof von Burg Bocht den Höllenboten und löst eine bescheidene Stiftungswelle aus. Tags darauf treffen die Reiter Konrads von Barwus an der Burg ein. Odilo erschlägt den alten Karl von Heyt, doch der hat vorher noch seine junge Gemahlin Thekla geschwängert. Haus Heyt besteht bis heute.
Anno flieht. Odilo wird hingerichtet. Faramund fällt Räubern in die Hände, als Bischof Notger von Lüttich ihn vor seinen Stuhl  zitiert.. Anno muß sich bis in den August bei den Meistern des Kölner Archivs von seinen Strapazen erholen, ehe er, heimlich verfolgt von Henn, nach Norwegen aufbricht.

1001 1. Januar: Bernward von Hildesheim trifft in Rom ein, um  vor dem Kaiser im Gandersheimer Streit Klage gegen Erzbischof Willigis zu führen. Otto weist Bernward völlig zurecht die Oberhoheit über das Gandersheimer Damenstift zu und weist damit zugleich den übermütigen Willigis von Mainz in die Schranken. Friedrich von Ravenna geht als päpstlicher Legat mit dem Entscheid zu Willigis.
Tivoli rebelliert gegen den kaiserlichen Statthalter Mazolinus. Später muß sich die Stadt dem Kaiser auf Gnade und Ungnade ergeben. Otto schont die Stadt. Das erbost Graf Gregor von Tuscula gegen den Kaiser. Der Graf hatte gehofft, die unterworfene Stadt als Lehen zu erhalten. In seiner Wut löst er in Rom einen Aufstand gegen Kaiser Otto aus.
16. Februar muß Otto sich aus Rom zurückziehen. Er greift jetzt auf alte Pläne zurück, eine Kaiserpfalz in Venedig einzurichten und nimmt zu diesem Zweck geheime Verhandlungen mit dem Dogen Pietro Orseolo auf. Orseolo ist daran interessiert, Venedig als erbliches Lehen seiner Familie zu erhalten. Die Gründer jedoch wollen den Kaiser nicht in Venedig haben.
Andererseits wollen sie, daß die heimlichen Verhandlungen an die Öffentlichkeit geraten. So soll Ostrom aufgestört werden und Otto die lange vergeblich erbetene purpurgeborene Prinzessin als Ehefrau zubilligen.

Dossier Kaiser Otto III.     (ab 2.02.2001 am Netz)

21. April: Orseolo gibt den Kaiserbesuch bekannt

Unter dem Druck einer möglichen Allianz Venedig-Otto schickt Basilios II. tatsächlich die lange erbetene Purpurgeborene als Frau für Otto III. . Sie kommt 1002 in Italien an und reist sogleich wieder ab - denn ihr präsumptiver Ehemann ist zu diesem Zeitpunkt bereits tot. 

In Deutschland gehorcht Willigis nicht mehr. Als Otto Hilfe anfordert, um Rom zurück zu erobern, schicken die deutschen Territorialfürsten unzureichende Hilfstruppen. Otto beginnt die Belagerung trotzdem.

1002    23. Januar: Otto III. stirbt, erst 22 Jahre alt, in Paterno. Erzbischof Heribert von Köln bringt den Leichnam des Kaisers von Rom nach Aachen.

Anno und Henn brechen zu Schiff von Norwegen nach England auf, nachdem zwölf norwegische Häuptlinge zu Kartografen ausgebildet worden sind. Henn wird fortan in Leicester erzogen. Anno stirbt auf dem Weg nach Venedig an den Spätfolgen seiner Kerkerhaft.

1017 Aethelwold von Leicester princeps bis 1030.
Geboren als Sklave Henn in Burg Bocht bei Lobbert. Von Anno befreit, in Köln, Norwegen, Leicester erzogen. Er fördert Knut den Großen. Er scheitert daran, die Orseoli dauerhaft mit Venedig auszusöhnen. Er mildert die Folgen des europaweiten Umbruchs von Sklavenwirtschaft zum Feudalismus. Begründer des Laufzettelprinzips im Großen Archiv zu Venedig.

1030 Petrus Cattaro princeps bis 1045

1045 Wladimir von Kiew princeps bis 1057

1057 Abraham Halevi princeps bis 1075 

1075 Roger von Bayeux princeps bis 1083

1083 Wipo von Arezzo princeps bis 1100

1100 Sancho von Toledo princeps bis 1109

1109 Ilarion von Kiew princeps bis 1125

1125 Constantin Psellos princeps bis 1136

1136 Adam Africanus princeps bis 1140

1140 Urban Romanus princeps bis 1150

1150 Robert Prevost princeps bis 1176

1176 Alberto Guardini princeps bis 1186 

1186 Norbert von Reggio princeps bis 1192

1192 Geoffrey of Nottingham princeps bis 1199

1199 Bertran de Troyes princeps bis 1212

1212 Moses Darshan princeps bis 1232

1232 Solatius Lombardus princeps bis 1237

1237 Ricolf von Veldecke princeps bis 1249

1249 John of Tilbury princeps bis 1260

1260 Raffaele Antelami princeps bis 1264

1264 Lambert de Vernay princeps bis 1285

1285 Milan von Prag princeps bis 1295

1295 Gonzalo Diaz princeps bis 1303

1303 Michael von Famagusta princeps bis 1306

1306 Igor von Kiew princeps bis 1308
Papst Klemens erneuert die Privilegien der Templer. Allerdings gibt es auch Pläne, die Templer mit den Johannitern zusammen zu legen, in der Form, daß die Templer in den Johannitern aufgehen. Immerhin haben die Johanniter sich auf Zypern vorübergehend eine Basis in der Nähe des Heiligen Landes schaffen können, was den Templern mißlungen ist. Und die Johanniter arbeiten bereits daran, auf Rhodos einen regelrechten Ordensstaat zu gründen. Philipp der Schöne von Frankreich will sich unter Umständen an die Spitze des neuen Ordens wählen lassen. 
Die Templer sind andererseits nicht bereit, den Kampf auf der iberiscchen Halbinsel fortzusetzen, obwohl ihnen dort hervorragende Bedingungen geboten würden. Sie scheinen sich überlebt zu haben. Man beklagt ihre Geldgier und die Arroganz, mit der sie sich überall in Europa als Staat im Staate gebärden. Man beschuldigt sie diverser Ketzereien und homosexueller Praktiken. Aber die Führung des Ordens ergreift keine Gegenmaßnahmen.

1307 Die Templer behaupten sich zunächst. Aber in Frankreich wächst der Druck unaufhaltsam. Templer aus der Umgebung des Papstes wissen durchaus, unter welchen Druck König Philipp den Papst setzt und warnen Großmeister Molay. Doch Molay, der sich in den Temple von Paris zurückgezogen hat, bereitet keine Gegenwehr vor, allen Warnungen zum Trotz.

Akte Templer     (ab 17.03.2002 am Netz)

Im Oktober kommt Joseph Goff, magister horrei, in den Temple um mit dem Großmeister finanziell abzurechnen. Die Gründer haben sehr viel Geld beim Templerorden stehen und bedienen sich des ausgedehnten Netzes seiner Komtureien für Bankgeschäfte und um unauffällig reisen zu können. Nun fürchtet COT, wenn Philipp zuschlägt, würde auch Gründer-Geld beschlagnahmt.
Alle wissen, daß der König am 13. Oktober zuschlagen will. Wenige Tage zuvor trifft Goff im Temple ein und unterbreitet den Templern ein letztes Rettungsangebot der Gründer. Wenn die Templer sich sofort bereit erklären, die Insel Chios zu übernehmen und von dort den Kampf gegen den Halbmond fortzusetzen, dann kann COT König Philipp noch in den Arm fallen. Molay lehnt ab, gegen heftigen Widerstand des Präzeptors der Auvergne, Aumont, und einiger weiterer Ritter. Also bleibt Goff nur noch, das geliehene Geld zurück zu verlangen. Molay sagt ihm, es liege in der Templerkomturei vom Wald, im Foret d'Orient.
Am Morgen des 11. Oktober verlassen Goff, Aumont und ein paar weitere Ritter den Temple - mit dem Heuwagen, auf dem Truhen mit Akten liegen, die die Beziehungen zwischen Templern und COT belegen. Ein paar Ritter machen sich auf den Weg ins portugiesische Templerzentrum Tomar. Goff, Aumont und weitere verstecken sich in den Katakomben. Dort erwartet Goff die Hilfe Schwarzer Hände. Am 13. Oktober werden in ganz Frankreich die Templerkomtureien besetzt und die Templer verhaftet.
Zunächst protestiert der Papst gegen die Verhaftungen.

Im Foret d'Orient findet Goff den Templerschatz von Paris, der jetzt den Gründern gehört. Es kommt zu Auseinandersetzungen zwischen Templern und Schwarzen Händen. Goff setzt sich durch. Aumont und die Seinen, völlig orientierungslos, folgen Goff nach Köln. 

1308 Lionardo Pisano princeps bis 1317

Durch die Bulle Faciens misericordiam eröffnet der Papst das Verfahren gegen die Templer, nach der Anhörung von 72 »geständigen« Templern. Ihre Geständnisse sind auf der Folter erzwungen.

In Köln spricht eine Regionalsynode die Templer von allen Anschuldigungen frei.

Geheimes Templerkapitel in Köln wickelt die letzten Geschäfte mit den Gründern ab. Duns Scotus rät den Templern um Aumont, sich nach Schottland zu wenden.

1312 König Philipp erscheint am 2. April auf dem Konzil in Vienne und bedrängt den Papst, der daraufhin ohne Konzilsbeschluß »nicht aus Rechtsgründen, sondern aus fürsorglicher Rücksicht auf das allgemeine Wohl und durch eine päpstliche Verordnung« den Orden aufhebt. Durch die Bulle Ad Providam werden die Güter des Templer-Ordens den Johannitern übereignet.
In Deutschland fällt manches an den Deutschen Orden. In Portugal wird der Orden in Christusorden umbenannt und besteht weiter. In Italien, Spanien, Deutschland, Ungarn, England, Schottland bestehen etliche Templerkomtureien noch eine Weile unbehindert fort. Nicht alle Herrscher beeilen sich, dem Willen des Konzils Genüge zu tun.

1317 Guido della Vigna princeps bis 1327

1327 Jean de Borron princeps bis 1351

1351 Bruno Guinizelli princeps bis 1355
Er versucht, Venedig in eine Signorie umzuwandeln. Er macht Marino Falier , den Dogen, den heute im Palast statt eines Portraits ein schwarzes Tuch repräsentiert, zu seinem Werkzeug. Die Verschwörung gegen die oligarchische Verfassung der Stadtrepublik scheitert. Falier wird hingerichtet. Siehe Columnae.

1355 Charles Baudel princeps bis 1362

1362 Theodoros Komnenos princeps bis 1368

1368 Herbort von Straßburg princeps bis 1376

1376 Thibaut de Gaucy princeps bis 1398

1380 COT hat die Hanse mit aufgebaut und benutzt sie zur Eigenfinanzierung und um Mobilität zu gewährleisten, sowie als Instrument politischer Einflußnahme. Zugrunde liegt die generelle Affinität COT's zu transterritorialen/nationalen Strukturen, verbunden mit der ökonomischen Fortschrittlichkeit.
Die Schwarze Hanse ist eine Gruppe von COT-quaestoren, die ihre Stellung innerhalb der richtigen Hanse mißbraucht, um gegen COT-Interessen auf eigene Rechnung Geschäfte zu machen, deren Erträge nicht an COT abgeführt werden.
Die Schwarze Hanse tritt an Klaus Störtebeker heran und nimmt ihn in Dienst.
Klaus Störtebeker wird in Wismar in das Verfestungsbuch eingetragen, d.h., er wird aus der Stadt verbannt - weil die Schwarze Hanse ihm ihren enormen Einfluß demonstrieren will. 

1394 Acht Schiffe der Vitalienbrüder unter Meister Hugo entsetzen noch einmal erfolgreich das belagerte Stockholm. Störtebeker und Godeke Michels tun sich hervor und gehören fortan zu den Kapitänen

1396 Die Vitalienbrüder beginnen, sich auf der Ostseeinsel Gotland festzusetzen, weil sie im Zuge der Friedensverhandlungen, die unter dem Druck der Hanse stattfinden, in Mecklenburg immer weniger willkommen sind.

1398 Juan Serrano y Dominguez princeps bis 1407
Der Deutsche Orden vertreibt die Vitalienbrüder von Gotland. Störtebeker verkriecht sich zu seinem Schwiegervater, dem Ostfriesenhäuptling Keno tom Brok, an die Nordsee. Mit ihm viele andere Vitalienbrüder, die das Fiasko auf Gotland überlebt haben. Die seeräuberischen Aktivitäten Störtebekers in der Nordsee bringen England immer mehr gegen die Hanse, insbesondere gegen Hamburg auf. In London erwartet man, daß Hamburg dieses Problem in seiner unmittelbaren Nachbarschaft endlich löst.
Eine hamburgische Expedition nach Ostfriesland ist wenig erfolgreich. Die Vitalienbrüder stehen mittlerweile im Dienste vieler Häuptlinge. Kein Häuptling glaubt, es sich leisten zu können, auf diese Söldner zu verzichten. Man jagt sie zur Vordertür hinaus und läßt sie zur Hintertür wieder herein.
Störtebeker hinterlegt als Rückversicherung beim Domprobst von Norwich ein Dossier mit detaillierter Auflistung aller Schandtaten, die er im Auftrag der Schwarzen Hanse begangen hat.

1400 Die Herren von der Schwarzen Hanse verlangen von Störtebeker, vor Helgoland zu kreuzen, explizit um den englischen Handel zu schädigen.
2. Februar: auf dem Lübecker Hansetag schwört Keno tom Brokes Kaplan im Namen seines Herrn, die Vitalienbrüder nicht weiter zu unterstützen.
Im Frühjahr laufen hansische Friedensschiffe aus. Am 15. August nehmen sie Kurs auf Helgoland, um die Vitalienbrüder zu stellen. Störtebeker wird kurzfristig festgenommen, kann sich mithilfe der Schwarzen Hanse jedoch bald wieder befreien und zieht sich als Flußpirat auf die Weser zurück.

1401 Unter dem Druck der in Norwich deponierten Papiere geht die Schwarze Hanse das furchtbare Risiko ein, Störtebeker öffentlich zum Schein hinzurichten, in Wahrheit jedoch entkommen zu lassen.
21. Oktober: Hinrichtung der Vitalienbrüder. Störtebeker überlebt die Scheinhinrichtung und wird in Sicherheit gebracht. Er zieht sich in den Olpenitzer Gasthof an die Ostsee zurück, den seine Frau Irmgard inzwischen aufgebaut hat.

1402 Hans von Mont, Meister des Kölner Archivs, spürt den Nikolaus Störtebeker in seinem Versteck auf, dem Gasthof zum Enterhaken in Olpenitz an der Schlei. Nach heftigem Kampf verhaftet er Störtebeker samt seiner Frau, der Tochter des Ostfriesenhäuptlings Keno tom Brok.

Dossier Störtebeker      (ab 2.09.2001 am Netz)

Meister Hans von Mont zwingt Störtebeker zum Geständnis und nimmt ihn als Schwarze Hand in den Dienst des Rates. In den Verhören werden die Hanseherren Wigald Leyderburg, Tonius de Stade und Hinrik Lange als Vertreter der Schwarzen Hanse entlarvt. Hans von Mont leitet die entsprechenden Gegenmaßnahmen gegen die treulosen Diebe ein.
Störtebeker arbeitet bis 1418 unter falschem Namen für COT. Seine Frau lebt während dieser Zeit als Geisel in Mühlheim bei Köln, unter scharfer Beobachtung durch die Meister des Kölner Archivs.

1407 Thomas Godolphin princeps bis 1408

1408 Niccolo di Starabba princeps bis 1418

1418 Manuel Ruiz princeps bis 1447

1437 Nikolaus von Kues schließt sich Papst Eugen IV. an und geht für ihn nach Konstantinopel, um für eine Wiedervereinigung mit der morgenländischen Kirche zu werben. Er findet bei Kaiser Johannes VIII. Palaiologos ein offenes Ohr, denn der erhofft sich von einer Wiedervereinigung westeuropäische Hilfe für seinen Abwehrkampf gegen die Osmanen.

1438 Papst Eugen IV. verlegt das Basler Konzil gegen den Willen der Mehrheit nach Ferrara.

Johannes VIII. Palaiologos tritt zum katholischen Glauben über. Beginn des Unionskonzils in Ferrara. Es beschließt Vereinigung der römischen mit der morgenländischen Kirche

1439 Cosimo il Vecchio de'Medici holt das Unionskonzil von Ferrara nach Florenz
Kaiser Johannes VIII. Palaiologos und Patriarch Josef von Konstantinopel reiten in Florenz ein
(Benozzo Gozzoli stellt dies auf den Fresken der Cappella dei Magi im Palazzo Medici dar, unter dem Titel „Zug der Heiligen drei Könige“. Später sollen die Fresken bei einer Vision Goethes eine gewisse Rolle gespielt haben in der Geschichte der Gründer.)
Der Kaiser unterzeichnet den Unionsbeschluß, der aber von Volk und morgenländischem Klerus nicht akzeptiert wird.
Patriarch Josef verstirbt und wird in Santa Maria Novella beigesetzt.

1441 bis 1444 letzter Kreuzzug zur Rettung Konstantinopels

1443 Der walachische Bojar Janos Hunyadi schlägt die Türken und erobert Nis sowie Sofia zurück

1444    Der letzte Kreuzzug endet mit der christlichen Niederlage bei Warna. König Wladislaw von Polen und Ungarn fällt in der Schlacht.

1447 Kasimir von Krakau princeps bis 1458

1448 Schlacht auf dem Amselfeld. Hunyadi wird erneut geschlagen. In den Folgejahren erobern die Türken die Reste des byzantinischen Reiches.

1449 Konstantin XI. Palaiologos oströmischer Kaiser bis 1453

1451 Sultan Mehmed II. bis 1481

1452 14. Februar: Der Senat von Venedig informiert Konstantinopel über die militärischen Vorbereitungen der Türken für eine Belagerung. Kaiser Konstantin bittet um Hilfe.

26. März bis 3. September: Sultan Mehmed läßt auf europäischer Seite die Festung Rumili Hisari gegenüber dem 1396 erbauten Anadolu Hisari erbauen, um den Meerengen zu kontrollieren.

Sommer: der Geschützgießer Urban bietet in Konstantinopel vergeblich seine Dienste an. Er reist nach Adrianopel. Paolo Erizzo reist ihm nach - kann aber den Vertragsabschluß zwischen Urban und Sultan Mehmed nicht verhindern.

10. September: Mehmed erneuert seinen Frieden mit Venedig.

26. Oktober: Der päpstliche Nuntius, Kardinal Isidor von Kiew, reist mit 200 Mann nach Konstantinopel, um endlich die 1439 beschlossene Kirchenunion zwischen Orthodoxie und Katholizismus zu besiegeln. Die Stadt teilt sich in zwei Lager, für und wider die Union.

November: Urbans erstes großes Geschütz, aufgestellt auf den Mauern Rumili Hisaris, versenkt ein venezianisches Schiff.

12. Dezember:  Konstantin und Isidor proklamieren die Union in der Hagia Sophia.

1453   

Akte Konstantinopel
     (ab 16.03.2003 am Netz)

Urbans großes Belagerungsgeschütz fertig. Erizzos Sabotageversuche scheitern.

26. Februar: Sieben venezianische Schiffe fliehen aus der Stadt.

ab Anfang März: Rings um die Stadt werden türkische Truppen zusammen gezogen.

Mitte März: Erizzos Versuch, Urbans große Kanone zu sprengen, scheitert.

4. April: Zu Beginn der Belagerung stehen 17.000 Verteidiger 250.000 Belagerern gegenüber.

5. April: Die Truppen in der Stadt beziehen ihre endgültigen Stellungen.

6. April: Sultan Mehmed schlägt sein Zelt im Lykos-Tal auf.

11. April: Beschießung der Mauern beginnt. Besondere Verheerungen richtet dabei die Kanone Urbans an.

12. April: Baltoghlu Bey greift mit der türkischen Flotte die Sperrkette zwischen Pera und Konstantinopel an, die das Goldene  Horn vor dem Eindringen der Türken schützt. Er erleidet eine Niederlage.

15. April: Legat Manuel Monagas verläßt mit einem christlichen Geschwader Chios. Spyridon Lambros, der Meister des Byzantinischen Archivs hat ein erstes Treffen mit Murad dem Rosenzüchter, der für CLU verhandelt.

18. April: Der erste türkische Angriff wird zurückgeschlagen. Meister Lambros hat den Kaiser zuvor gewarnt. Paolo Erizzo inspiziert nachts unter Lebensgefahr den türkischen Straßenbau im Hinterland Peras.

20. April: Ein byzantinisches und drei genuesische Schiffe durchbrechen die türkische Seeblockade und gelangen ins Goldene  Horn. Nach dieser erneuten Niederlage wird Baltoghlu Bey seines Kommandos enthoben und mit goldenen Ruten gepeitscht.

Mit den Schiffen kommt Manuel Monagas nach Konstantinopel. Sein Auftrag: im Fall der Niederlage den Kopf und die Krone des letzten Römischen Kaisers vor den Türken in Sicherheit zu bringen. Paolo Erizzo kommt von seiner Kundschaftermission zurück.

21.April: Besprechungen der drei legaten.
Monagas kann berichten, ein Bote aus Venedig sei unterwegs. COT bietet CLU zum Schein die Wiedervereinigung  beider Räte an. Das Hauptquartier soll in Konstantinopel angesiedelt werden. Im Gegenzug wird die Belagerung aufgehoben und die Stadt bleibt neutral. Niemand weiß allerdings, wann der Bote bei Murad dem Rosenzüchter eintreffen wird. Erizzo warnt vor dem türkischen Straßenbau.
Auf einem Treffen mit den CLU-Oberen kommt es zu Gewalttätigkeiten.
Abends bestürmt Erizzo den Kaiser vergeblich, ihm einen Kommandotrupp zur Verfügung zu stellen, um die türkische Straße zu zerstören.
Als der Kaiser ablehnt, wendet Erizzo sich an seinen Landsmann Giustiniani - ebenfalls vergeblich.

22. April: Sultan Mehmed läßt Schiffe über Land vom Bosporus ins Goldene Horn fahren.

7. Mai: Bei einem zweiten Sturmangriff gegen die Landmauern werden 30.000 Angreifer eingesetzt - und zurückgeschlagen. Sie erleiden hohe Verluste.

11. Mai: Die Theodosianischen Landmauern sind durch den Einsatz der schweren türkischen Artillerie, insbesondere der Urban-Kanone, stark beschädigt.
Durch einen Geheimgang untern den Mauern der Stadt trifft der Bote Goriot aus Venedig ein. Er kommt mit dem  Scheinangebot, von dem schon Monagas berichtet hatte. Außerdem hat er Grabungsgeräusche gehört.

12. Mai: Der dritte türkische Angriff mit 50.000 Mann fordert auf beiden Seiten schwere Verluste.

13. Mai: Goriot wird von Meister Lambros entlassen. Er verläßt die Stadt durch den Geheimgang, um sich an CLU zu wenden. Die Gründer mauern ihren Geheimgang zu und überlassen Johannes Grant die Bekämpfung der türkischen Minen.

Murad der Rosenzüchter ist vom vermeintlichen Angebot aus Venedig hellauf begeistert. Er beauftragt seinen legaten, den Großwesir Halil Pascha, auf ein Ende der Belagerung hinzuwirken. Halil Pascha macht sich anfangs das geringe Ansehen des jungen Sultans zunutze, die Furcht der Türken vor einer christlichen Entsatzflotte oder einem christlichen Entsatzheer - sowie die Enttäuschung über die lange vergebliche Belagerung.

16. Mai: Die von serbischen Silberbergwerkern gebauten Minen werden durch Johannes Grants System von Gegenstollen unschädlich gemacht.

22. Mai: Weitere türkische Stollen werden ausgeschaltet. Die Belagerten werden von einer partiellen Mondfinsternis beunruhigt.

23. Mai: Das Schiff, das aus dem Goldenen Horn ausgebrochen war, um nach der erhofften christlichen Entsatzflotte Ausschau zu halten, kehrt ohne Ergebnis heim.

25. Mai: Kriegsrat der Türken. Zaganos Pascha setzt sich gegen Halil Pascha durch. Damit scheitert der Plan von CLU, den Sturm auf die Stadt abzublasen, um anschließend den Handel mit COT perfekt zu machen.

26. Mai: Vor dem großen Sturm ordnet Sultan Mehmed dreitägiges Gebet an.

28. Mai: Der Sturm wird für den folgenden Morgen angekündigt.

29. Mai: Konstantinopel fällt. Der Kaiser und magister Lambros sprengen über sich das belagerte Byzantinische Archiv. Erizzo und Monagas fliehen auf der 'Lupa' aus Konstantinopel.

1458 Crisostomo de Castro (Portugiese) princeps bis 1459

1459 Raimundo Montero Rios princeps bis 1471

1471 Matthias von Wittlingberg princeps bis 1473

1473 Agostino Ricasoli  princeps bis 1486

1486 Lawrence Bolingbroke princeps bis 1489

1489 Pedro Luis de Urquijo princeps bis 1502

1502 Eugenius von Lukacs princeps bis 1506

1506 Joao Saldanha (Portugiese) princeps bis 1518

1518 Dirk van Bleiswijk princeps bis 1523

1523 Isidore Leon y Pizarro princeps bis 1534.
Pizarro ernennt den ersten legatus insularum. Aus diesem Keim entsteht später CIS

1534 Ubaldino Grimaldi princeps bis 1548

1548 Olav Ramstedt princeps bis 1558

1558 Teofilo d’Arriaga princeps bis 1583
Geprägt von antispanischen Ressentiments betreibt er eine klar gegen die spanischen Habsburger gerichtete Politik, die deutlich von portugiesischem Nationalismus inspiriert ist. Er hält sich an der Spitze des consiliums, weil viele andere Beamte Deutsche, Franzosen, Engländer, Holländer, Böhmen etc. die Einigung Europas unter Spanien nicht um jeden Preis wollen, jedenfalls nicht um den Preis, daß der ganze Kontinent dem rigid gegenreformatorischen spanischen Katholizismus unterworfen wird. 

1576 Antwerpen wird von den Spaniern geplündert. Dabei verliert die Familie Hornstift ihr eigenes und das Behördenvermögen. Cornelis Hornstift begleitet den Geographen und Archäologen Abraham Ortelius nach Venedig. Dort wird seine künftige Legatentätigkeit in groben Zügen geklärt. Er trifft Hans Fugger in Augsburg, der empfiehlt ihn an den bayerischen Hof. Zunächst setzt Hornstift aber seine italienische Reise fort.

1578 Cornelis Hornstift als Hofmaler in München.

1581 Von 1581 bis 1590 schafft Cornelis Hornstift über 500 Miniaturen zur Illustration einer Handschrift des Missale Romanum für Erzherzog Ferdinand von Tirol.

1582 27. Juni 1582 hält Rudolf Einzug in Augsburg. 
12. Juli: Kaiser Rudolf eröffnet er den Reichstag 
Schewregin, der Gesandte Iwan des Schrecklichen, schlägt eine Allianz gegen die Türken vor.
Rudolf billigt die Gregorianische Kalenderreform.
Rudolf II. verlegt seine Residenz endgültig nach Prag
Rudolf und Hornstift begegnen einander zum zweitenmal.

1583 William Stafford princeps bis 1593
Er sorgt als scharfer Spaniengegner für das Scheitern der Armada.

1586 Rudolf  erwirbt für 300 Golddukaten von einer unbekannten Person das sogenannte Baconmanuskript. 8.5" mal 5.75", fast 300 Seiten, geschrieben in schwarzer Tinte auf Pergament. Illustrationen abgesehen von den Klempnerweiblein: Pflanzen, Blätter, Wurzeln, astrologische Diagramme, realistische und symbolische Darstellungen der Zellentwicklung. Die erste Zeile eines dreizeiligen Schlüssels auf dem letzten Blatt lautet: Für mich, Roger Bacon.
Geschrieben offenbar in einer alphabetischen Schrift, wobei unklar ist, ob das Alphabet 19 oder 28 Buchstaben hat. Alle Versuche, den Code mithilfe der "Steganographie" des Johannes Trethemius, Bischof von Sponheim zu entschlüsseln, bleiben erfolglos - kein Wunder, denn das Manuskript, ein Produkt der COT-Fälscherwerstatt in Venedig, ist eine sinnlose Zeichenfolge. Cornelis Hornstift hat es herstellen lassen, um Rudolf in seinen alchymistischen Träumereien zu bestärken.

1588 Im Januar Treffen zwischen Stafford und Hornstift im nächtlichen Wladislawsaal. Stafford erfährt zum Schluß wichtige strategische Fakten über die spanische Armada.

Dossier Rudolf II.     (ab 3.09.1999 am Netz)

Die Armada kostet 10 Millionen Dukaten, ein Betrag, der nur aufgebracht werden kann, weil sich die spanischen Einkünfte aus Amerika in den 80er Jahren fast verzehnfachen: auf  2 Millionen Dukaten jährlich.
Die Armada unter dem Oberbefehl Alonsos von Medina Sidonia scheitert. Auf der Gegenseite Howard, Hawkins, Drake.

1593 Spyridon Kolettis princeps bis 1599
Er unterstützt den habsburgischen Kampf  gegen die Türken. Unter ihm verabschiedet man sich endgültig vom strategischen Konzept, das eine habsburgische Hegemonie anstrebt. Das bleibt so, bis zur kurzen Wallensteinepisode 25 Jahre später.

Die englische Krone erweitert das Privileg der Levant Company. Demnach sind die Händler nun berechtigt, sich direkten Zugang zu den ostasiatischen Märkten zu verschaffen. Allerdings kann diese Art des Pfefferhandels nicht mit dem venezianischen, geschweige denn dem portugiesischen konkurrieren

1599 Valentin Steffek princeps bis 1608

Mai: eine zweite holländische Pfefferflotte kehrt erfolgreich heim.
Seit 1599 droht England beim Pfefferhandel gegenüber Holland ins Hintertreffen zu geraten. Der Rat in Venedig plant, die holländischen und englischen Bemühungen im Pfefferhandel zu bündeln und eine schlagkräftige vereinigte Seemacht gegen Spanien aufzubauen.
Juli 1599 in einer erste Petition an die Königin bitten die Händler der Londoner City um Erteilung des Privilegs für den Ostindienhandel. Da England gerade Friedensverhandlungen mit Spanien führt, will man Spanien nicht durch einen Angriff auf seine Handelsrouten provozieren. Das Privileg wird daher verweigert.
1600 Nach Abbruch der englisch-spanischen Friedensverhandlungen richten die Händler eine weitere Petition an Königin Elisabeth. Der Rat ist nun entschlossen, mit allen Mitteln eine eigenständige englische  Ostindiencompany zu verhindern. Er will die englisch-niederländische Kooperation erzwingen. Er befiehlt den englischen legaten John Fields nach Venedig und erteilt ihm den Auftrag, entweder zu verhindern, daß die Händler ihr Privileg erhalten, oder für ein Scheitern der ersten englischen Ostindienflotte zu sorgen. Fields versagt. Königin Elisabeth I. erteilt der East India Company das Privileg für den Pfefferhandel.

Akte East India Company     (ab 27.10.2000 am Netz)

Cornelis Hornstift stirbt am 9.9. in Wien.

1601 Anfang des Jahres läuft die erste Flotte der East India Company unter ihrem Admiral Lancaster aus. An Bord des Flaggschiffs ist der Schiffsschreiber Buxton, ein Gehilfe des englischen legaten.

1602 Die Niederländer gründen ihre Vereinigte Ostindien-Compagnie.

1603 September: die erste Flotte der East India Company kehrt erfolgreich nach London zurück.
Jahresende: Fields, der englische legat und sein Gehilfe Buxton zur Rechenschaftslegung in Venedig. Fields wird abgesetzt. n nimmt seinen Platz ein.

1608 Agostino Pasolini princeps bis 1627

1627 Guillaume de Baud princeps bis 1635

1635 Stanislaus von Krukowiecki princeps bis 1650

1636 Johann von Werth stößt bis Paris vor

1638 Jan van Werth gerät in französische Gefangenschaft, aus der er erst 1642 wieder freikommt. Während dieser Zeit avancieren andere bayerische Offiziere an ihm vorbei. Trotzdem geht er nicht auf Richelieus Angebote an, in französische Dienste zu treten.

1641 Frankreich, Schweden und der Kaiser beschließen nach endlosen Querelen über Formfragen, die westfälischen Städte Münster und Osnabrück, jene als Residenz der Katholiken, diese der Protestanten, zum Sitz eines Friedenskongresses zu machen. Beide Städte samt Zufahrtsstraßen sollten neutralisiert sein, Inseln der Sicherheit und des prassenden Wohlstandes in einem Meer von Elend. Der Kongreß soll 1642 beginnen. Aber der Streit über den Staus der deutschen Fürsten verschiebt das offizielle Datum bis 1643. Doch allmählich erscheinen die Gesandten, jeder in Furcht, er könnte als erster kommen und sich in seiner Würde etwas vergeben.
17. Juni 1641 Wallenstein verstirbt auf Torcello bei Venedig.

1644 bis Dezember sind die Gesandten der europäischen Mächte in Münster und Osnabrück eingetroffen. 148 Gesandte. 111 Deutsche, 37 Ausländer. Ausnahmen nur England, Rußland und die Türkei. Zwei angeblich neutrale Vermittler stehen zur Verfügung: der päpstliche Legat Chigi, vorher Nuntius in Köln, der nichts anderes tut, als katholische Intrigen zu spinnen. Und  Alvise Contarini, der Botschafter der Republik Venedig, der maßgeblich zum Zustandekommen des Friedensschlusses beiträgt. Für einen nicht zustande gekommenen Kongreß in Köln hatte Papst Urban VIII. seinem Nuntius den Auftrag gegeben, Frieden zwischen den Katholiken zu stiften, nicht zwischen Katholiken und häretischen Protestanten - ohnehin wären ihre Unterschriften sinnlos, da Glaubenslosen nicht zu glauben sei. Öffentlich solle er von Unterhandlungen mit ihnen abmahnen, so daß dies später nachzuweisen sei, insgeheim aber, da ja klar sei, daß in diesem Jahrhundert mit einer Rückkehr der Protestanten in den Schoß der Kirche nicht mehr zu rechnen sei, könne der Nuntius Verhandlungen mit den Häretikern wohl dulden, sofern sie nicht geradezu an seinem eigenen Sitz stattfänden.
Jan van Werth wird unter Druck gesetzt. Er soll die Friedensverhandlungen in Münster und Osnabrück stören und Contarinis Mission scheitern lassen. Wenn nicht - wird seine Familie getötet. Werth, der selber nicht schreiben kann und die nötigen Briefe auch seinem Regimentsschreiber nicht diktieren kann,  trifft sich mit seiner Mutter und Griet auf dem Bayenturm, um Contarini und den Dogen zu warnen. Er wird von einem legaten, der Torschreiber Kölns gewesen ist, belauscht. COT übernimmt den Schutz Contarinis.
Am Abend desselben Tages findet vor dem Gürzenich das Duell zwischen Werth und Merode statt. Es bleibt unklar, ob Graf Merode zu den Erpressern gehörte. Er macht während des Duells unter dem Agrippa am Rathausturm mehrdeutige Bemerkungen, gemünzt auf die Gründer.....Merode stirbt. Werth wird kurzfristig inhaftiert, aber schon nach ein paar Stunden wieder freigelassen.

Dossier Jan van Werth      (ab 28.05.1999 am Netz)

1650 Augustus Jenkinson princeps bis 1657

1657 John Butler princeps bis 1675

1675 Josef  Loew princeps bis 1685

1685 Gisbert Creyfeld zu Klingenhov princeps bis 1701

1700 18. August: Der Friedensvertrag von Konstantinopel zwischen Rußland und Türkei wird in Moskau gemeldet
19.August: Zar Peter erklärt in Moskau Schweden öffentlich den Krieg und inhaftiert den schwedischen Botschafter (erfundene Rigaer Beleidigungen auf der Westeuropareise, höchstes Befremden bei Engländern und Holländern, die Dänemark gegen Schweden bestehen)

17. Dezember Festmahl der legaten in Narwa.

Der successor Miguel de Costa-Cabral hält sich in Narwa auf, um gemeinsam mit Joseph Sapin die neuen russischen legaten zu vereidigen. Am Abend der Vereidigng erreicht in die Nachricht, daß Gisbert Creyfeld zu Klingenhov im Sterben liegt.
Auf die Gesellschaft findet ein Giftmordanschlag statt.

Akte Narwa      (ab 30.04.2000 am Netz)

18. Dezember: Delegation bricht aus Narwa auf und muß umkehren, nachdem erste schwere Krankheitssymptome auftreten.

Beginn der Belagerung Narwas durch Zar Peter. Der successor der Gründer ist mit etlichen legaten im belagerte Narwa eingeschlossen. Karl XII. marschiert auf Narwa, behindert von den Reiterschwadronen des Generals Boris Petrowitsch Scheremetjew.Peter flieht von der russischen Belagerungsarmee und übergibt das Kommando an Herzog Croy. Karl trifft in Dorf 20 km vor Narwa ein. Die fliehenden Scharen Scheremetjews treffen im russischen Lager ein und verstärken die Panik, die nach dem Verschwinden des Zaren entstanden ist. Sieg  Karls XII. bei Narwa. Miguel de Costa-Cabral und die Seinen entkommen.

1701 Miguel da Costa-Cabral princeps bis 1711

9.Juli: Sieg Karls XII an der Dwina bei Riga

30.Dezember: Russischer Sieg über das schwedische Livlandheer General Schlippenbachs

1702 23.März: Marsch Karls XII. aus Litauen nach Polen.

14. Mai Einmarsch in Warschau

9.Juli. Karl XII. siegt bei Kliszow über August den Starken

1703 16./27. Mai: Gründung St. Petersburgs. Zar Peter und der legat Konstantin Kokoschin bestimmen durch eine Planke den Standort der Admiralität.
Lew Kokoschin geboren. Ansatz der Akte Petersburg, die Ereignisse von 1700 bis 1770 umfaßt und mit Amtsniederlegung und Tod Kokoschins endet.

Akte Petersburg      (ab Oktober 2003 am Netz)

Für den Zaren wird auf der Petersburger Seite der Newa ein schlichtes Blockhaus gebaut.

1704 Baubeginn der Admiralität. Im gleichen Jahr werden auch die ersten Arbeiten für die Anlage des Sommergartens in Angriff genommen. Zusätzlichen Schutz erhält die Stadt durch die Festung Kronstadt auf der vor der Newamündung gelegenen Insel Kotlin.

1706 3.Februar: Sieg General Rehnskölds bei Fraustadt über die sächsische Armee

27.August: Einmarsch Karls XII. in Sachsen

14.September: Friede von Altranstädt

In Petersburg Einrichtung der Baukanzlei. Trezzini wird als leitender Baumeister berufen.
Systematischer Ausbau der Peter-Pauls-Festung

1707 In Peterhof entstehen als Sommerresidenz des Zaren die ersten bescheidenen Bauten.

27.August: Abschiedsvisite Karls XII. bei König August in Dresden

November: Karl XII. erreicht mit seinem Heer wieder die Weichsel

1708    4.Juli:Sieg Karls XII. über die russische Armee bei Holowzin

29.September: Zar Peter siegt bei Lesnaja über die schwedische Nachschubkolonne unter General Lewenhaupt

3.November: Fürst Menschikow erobert die abtrünnige Kosakenfestung Baturin

1709 Mai: Beginn der Belagerung Poltawas.

17.Juni: Verwundung Karls XII. an der Worskla

27./28.Juni/8.Juli: Niederlage Karls XII. bei Poltawa

1.Juli: Kapitulation der schwedischen Armee unter General Lewenhaupt bei Perewolotschna nach Karls XII. Flucht über den Dnjepr

8.Juli: Karl XII. erreicht die türkische Grenzfestung Otjakow

Nach Poltawa ist kann Petersburg als gesichert gelten.

1710 Der Ausbau von St. Petersburg wird mit allen Mitteln vorangetrieben: Einem Erlass zufolge muss jeder Einwohner der Stadt jährlich 100 Steine abliefern oder eine hohe Geldstrafe zahlen.

Peter erobert Livland und Estland.

Gründung des Alexander-Newskij-Klosters

1710-11 Russisch-Türkischer Krieg endet mit russischer Niederlage am Pruth.

1711 Konstantin Iliascu  princeps bis 1718

13.Juli: Zar Peter unterzeichnet den Pruth-Frieden, erlebt das Wunder am Pruth, seine Rettung aus türkischer Umzingelung, wenige Stunden bevor Karl XII. im türkischen Lager eintrifft

Anlage des Newskij-Prospekts. Der Hof zieht von Moskau nach Petersburg um. Gründung der Partikularwerft für den privaten Schiffsbau. Erste Druckerei in St. Petersburg. Gründung des Senats.

1712 St. Petersburg wird russische Hauptstadt

Baubeginn der Peter-Pauls-Kathedrale, der ersten Steinkirche in St. Petersburg, durch Trezzini. Plan Peters, die Stadt auf die Insel Kotlin zu verlegen.

1714 Ein Ukas des Zaren bestimmt, daß Steinbauten nur noch in St. Petersburg gebaut werden dürfen (erst 1741 aufgehoben).

Seeschlacht mit Galeeren bei Hangö am Finnischen Meerbusen.

1716 Der von dem Architekten Leblond angefertigte Idealplan von St. Petersburg sieht das Zentrum der Stadt auf der Wassilij-lnsel mit der Zarenresidenz in der Mitte vor. Weil die notwendige starke Anhebung des Bodenniveaus nicht zu verwirklichen ist, muss er jedoch als unrealisierbar aufgegeben werden.

Der russische Thronfolger Alexej flieht über Österreich nach Neapel, wo er mit seiner finnischen Geliebten Fort St. Elmo bewohnt.

1718 Arvid Hammarskjöld princeps bis 1727

Verurteilung und Ermordung des russischen Thronfolgers Alexej.

Baubeginn der Kunstkammer.

1720 Peter der Große erwirbt die Taurische Venus

1721 Der Friede von Nystad beendet die schwedische Großmachtstellung und reduziert das Reich auf Schweden, Finnland und ein Stückchen Vorpommern westlich der Peene mit Rügen und Wismar

Peter I. nimmt den Titel Imperator an
Die russisch-orthodoxe Kirche wird Staatskirche unter dem Zaren als Oberhaupt

Gründung des Allerheiligsten Synod.

1722 Baubeginn der 12 Kollegien durch Trezzini. Fürst Menschikow läßt sie in Peters Abwesenheit quer zur Newa bauen, anstatt entlang der Newa-Front. Er will Platz behalten für seinen eigenen Palast und seine Gärten. Peter, der vor nicht allzulanger Zeit seinen Sohn eigenhändig getötet hat, bestraft diesen Affront Menschikows durch eine Ohrfeige.

Einführung von Rangtabelle und Dienstadel in Rußland.

1723 Die Regimenter Preobraschenskij und Semjonowskij werden von Moskau nach St. Petersburg verlegt. Duell Lew Kokoschins mit einem Preobraschensker Fähnrich zwingt ihn zur Flucht aus der Stadt, die vom visitierenden legaten Stefan von Szemere unterstützt wird - gegen den erbitterten Widerstand Konstantin Kokoschins und seines Freundes Zar Peter.

Konstantin Kokoschin erliegt einer Wunde, die er sich beim Gefecht mit seinem eigenen Sohn zugezogen hat.

1724 Katharina, Gemahlin Peters des Großen, wird zur Zarin gekrönt.

1725 1. April: Giacomo Girolamo Casanova in Venedig geboren. 5. Mai Taufe in der Kirche San Samuele

Zar Peter I. stirbt an einer Lungenentzündung, während Lew Kokoschin in Venedig seine Ausbildung vollendet.

Katharina I. Zarin von Rußland bis 1727   

1727 Petrus Schütz princeps bis 1729

Peter II. Zar von Rußland bis 1730.

Sitz des Hofes wird nach Moskau zurück verlegt. Sturz und Verbannung Menschikows.

1729 Lucien Clementel princeps bis 1740

1730 Anna Iwanowna Zarin von Rußland bis 1740

1732 Ladoga-Kanal vollendet
   
1738 1738-1741 Casanova studiert in Padua die Rechte. Zwischendurch praktiziert er beim Rechtsanwalt Manzoni.

1740 Michail Wolkonskij princeps bis 1743

In Pompeji beginnen unter dem spanischen Ingenieur Rocco de Alcubierre systematische Grabungen.
Später schickt COT Winckelmann, um die Verluste während des Vesuvausbruchs evtl. zu retten.

Vom 11. bis zum 14. September treffen sich Voltaire und Friedrich II. von Preußen auf Schloß Moyland. (Dies war von Bedeutung für Spielmaterial, das sich ab 2000 auf der Website befand. Die korrekte Version des Dossiers Bucholtz ist in den Roman Das Archiv der Gründer eingeflossen.)

Iwan VI. Zar von Rußland bis 1741 (unter Regentschaft Anna Iwanownas)

1741 Internierung Iwan VI. in der Festung Schlüsselburg.

Elisabeth Petrowna Zarin von Rußland

Rastrelli beginnt seine Petersurger Tätigkeit mit dem Bau des hölzernen Sommerpalastes.

1742  Gründung der Münze von St. Petersburg.

1743 Petko Karawelow princeps bis 1751

1744 Prinzessin Sophie von Anhalt-Zerbst, die spätere Zarin Katharina II. kommt als Braut des Thronfolgers nach Rußland.

Gründung der kaiserlichen Porzellanmanufaktur in Petersburg.

1745 Lomonossow wird Professor für Chemie an der Akademie der Wissenschaften von St. Petersburg.

1747 Baubeginn des Großen Palastes von Zarskoje-Selo unter Rastrelli.

1748 Baugebinn des Smolnyi-Klosters unter Rastrelli

1749 Baubeginn des Woranzow-Palais unter Rastrelli

1750 1. Juni: Casanova verläßt Venedig mit dem Ziel Paris, um dort dem überforderten legaten Guernon beizustehen. Auf seiner Reise soll er en passant noch drei weitere Aufträge erledigen.

Dossier Casanova      (ab 24.06.2001 am Netz)

Im Gasthof San Marco zu Ferrara übergibt er dem Grafen Ostein Briefe nach Deutschland, insbesondere an den Bruder des Grafen, den Mainzer Kurfürsten.

In Reggio setzt er mithilfe der Banditen-Brüder Berlusconi einen Turiner Bankier unter Druck, der widerspenstig gegen die Wienfeindliche Politik COTs in Oberintalien gewesen war.

In Lyon wird Casanova auftragsgemäß Freimaurer. Hier beginnt die lange Geschichte seiner geheimbündlerischen Aktivitäten, durch die er letztlich, im Auftrag von COT, die Französische Revolution auslöst. In Lyon erreicht ihn der verzweifelte Hilferuf des schwer erkrankten Pariser legaten Guernon.
Als Casanova Paris erreicht, ist das Pariser Archiv im wahrsten Sinn des Wortes ein Trümmerhaufen. Das baufällige Haus ist abgerissen. Die Dienerschaft weiß nicht, wo Guernon sich aufhält. Uneingeweiht in COT-Aktivitäten verwehrt sie Casanova Zutritt und Nachforschungen. Bei einem nächtlichen Einbruch lernt Casanova den Advokaten Patu kenne, der einer alten Pariser Horrea-Famile angehört. Gemeinsam finden sie Guernon und die Dokumente, die er vor dem Umbau in Sicherheit bringen wollte in den Pariser Katakomben, wo sie auch Spuren geheimbündlerischer Riten entdecken. Es scheint eine Gruppe junger Adliger zu geben, die Templer spielen.
Alles liegt im Argen. Das Pariser Archiv wird schlecht verwaltet, es hat kaum noch Einfluß auf den Hof von Versailles. Guernon ist handlungsunfähig. Trotzdem bleibt er legat. Nach seinem Tode werden weder Casanova noch Patu Nachfolger - und bald schleifen die Geschäfte wieder. Frankreich treibt auf die Katastrophe zu.

Petersburg hat 50 Holzbrücken, zur Hälfte bewegliche Pontonbrücken.

1751 Stefan von Szemere princeps bis 1756. Stefan von Szemere ist der Mann, der nach dem Pariser Erfolg von 1750 weder Casanova noch Patu die Stelle des Pariser legaten gegeben hat. Er kann Casanova nicht leiden. Es handelt sich hier um denselben Szemere, der 1723 als visitierender legat in St. Petersburg den jungen Lew Kokoschin geschützt hat.

1752 Herbst: Casanova reist befehlsgemäß aus Paris über Metz und Frankfurt nach Dresden

1753 Im April reist Casanova aus Dresden nach Wien und Prag.

29. Mai: Casanova kehrt nach Venedig zurück. Er wird Sekretär des praefectus magistrorum

Es gibt im Rat zwei Fraktionen.
Die eine überschätzt Frankreichs Möglichkeiten und bezweifelt, daß der Kontinent jemals durch die Flankenmacht England geeint werden könne. Sie begrüßen den Französisch-englischen Kolonialkrieg und glauben, wenn Habsburg und Frankreich vereint stehen, könnte zunächst England geduckt  und dann eine Habsburgisch-Bourbonische Hegemonie geschaffen werden. (dieser Fraktion gehört Szemere an)
Die zweite Fraktion will keinen Krieg. Keinen neuen um Schlesien, weil sie Preußen nunmehr für saturiert hält. Sie will die Sächsisch-Polnische Personalunion als Element der Stabilität Europas erhalten. Habsburg soll osmanisch entschädigt werden. (dieser Fraktion gehört Casanova an)

Dezember: Casanova begegnet dem Abbe de Bernis (Geschäftsträger Frankreichs, später französischer Außenminister)
Casanova befreundet sich zunächst mit ihm, dann mit dem englischen Residenten Murray, im Bestreben, die sich anbahnenden Allianzen - und somit den Großkonflikt hinauszuschieben. (Kaunitz ist schon Gesandter in Paris und arbeitet an dem Bündnis.) Frankreich und Österreich arbeiten, was nie zuvor möglich war, am Umsturz aller Allianzen. Um einen Festlandsdegen zu gewinnen, ist England praktisch gezwungen, einen Vertrag mit Preußen anzustreben.
Casanova verletzt damit seine Amtspflichten.

Dossier Casanova 2       (ab 5.01.2003 am Netz)

Szemere beschaut sich Casanovas Verhalten  zwei Jahre mißbilligend und zettelt dann bei den Staatsinquisitoren eine Intrige gegen Casanova an, um ihm einen Denkzettel zu verpassen.

1755 26.Juli wird Casanova auf Befehl der Staatsinquisition verhaftet und in die Bleikammern gesperrt.

Oktober: Bernis verläßt Venedig, um in Versailles die Verhandlungen mit Fürst Starhemberg aufzunehmen, die schon begonnen haben, als der österreichische Staatskanzler Kaunitz noch Gesandter in Versailles war.
England und Frankreich wollen ihren Kolonialkrieg um Nordamerika und Indien führen und müssen sich in Europa Rückendeckung besorgen.
Preußen will im Windschatten dieses Großkonflikts seinen schlesischen Raub absichern.

Lomonossow: Russische Grammatik

1756 Prokop von Bila princeps bis 1768

16. Januar: Preußen und England schließen die Westminster-Konvention

1. Mai: Bernis und Starhemberg schließen ein Neutralitäts- und Verteidigungsbündnis zwischen ihren Ländern. UMKEHRUNG DER KOALITIONEN: Frankreich und Habsburg verbündet, das gab es vorher nie.

29. August: Friedrich von Preußen beginnt den Siebenjährigen Krieg und marschiert in Sachsen ein.

In der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November flieht Casanova aus den Bleikammern. Er reist über Treviso, Bozen, München nach Augsburg. Im Dezember reist er von Augsburg über Straßburg nach Paris.

1759 Gründung der Pagen-Kadettenanstalt in St. Petersburg

1760 Erste Steinbrücke über die Fontanka beim Sommergarten.

1761 Peter III. Zar von Rußland bis 1762

1762 Lew Kokoschin organisiert Absetzung und Tod Zar Peters III.

Friedensschluß Rußlands mit Preußen rettet König Friedrich II. im Siebenjährigen Krieg.

Katharina II. die Große Zarin von Rußland bis 1796

1765 In Pompeji wird der Isistempel entdeckt. Battista Casanova (Beziehung zu Giacomo unklar) schickt Winckelmann falsche Zeichnungen von den Fresken der Priestergemächer

Zarin Katharinas Verordnung  über das Recht des Verkaufs von Bauern ohne Land.

1766 Falconet beginnt die Arbeit am Denkmal Peters I.

Der Basler Mathematiker Euler an die Petersburger Akademie der Wissenschaften berufen.

1767 Zarin Katharinas Große Instruktion

1768 Pierre Molnay princeps bis 1798

In Rußland wird erstmals Papiergeld in Umlauf gesetzt.

1770 Lew Kokoschinn, lp St. Petersburg, erschlägt beim Transport des Sockels für das Peterdenkmal einen Leibeigenen und tritt von seinem Amt zurück.

1786 Ende August bricht Casanova mit einer Extrapost aus Dux nach Carlsbad auf. Am 1. und 2. September spricht er mehrfach mit Goethe. Er lädt in Molnays Namen nach Venedig ein, avisiert ihm Marchese Guardini als Begleiter. 
1786-1788: Goethes italienische Reise

3. September: Goethe reist aus Carlsbad ab.
1. Oktober: Guardini bringt Goethe zu Molnay. Hier lernt Goethe Faustina kennen.
23. Oktober: Treffen Goethe/Guardini in Florenz. Goethe erfährt von den pompejanischen Ausgrabungen COT's.

1787 Casanova verfaßt zusammen mit Lorenzo da Ponte das Libretto zu Mozarts Don Giovanni. Die Oper wird in Prag uraufgeführt.

1. März : Goethe, Tischbein, Guardini und die CNM-Agenten in Pompeji. Goethe erhält den Brief von W. Adams jr, Ambassador of CNM
20. März: Cagliostro verläßt London, nachdem COT seinen Erpressungen nachgegeben hat.
April: Brieftaube bringt die Cagliostro-Nachricht nach Palermo. Am folgenden Tag besuchen Goethe und Guardini erstmals die Familie Cagliostro. Tags darauf noch einmal. Goethe besorgt das leere Denunziantenheft Cagliostros.

1788 Casanovas Eduard und Elisabeth erscheint fünfbändig in Prag.
Karneval in Rom. Goethe soll die Originale der Pompeji- Funde erhalten. 

Dossier Goethe       (ab 24.06.1999 am Netz)

Verfassung der USA tritt in Kraft.
Einsetzende Flut politischer Broschüren in Frankreich fordert Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.
Sieyes: Was ist der dritte Stand?

Goethe bricht mit Frau von Stein. Verbindet sich mit der Christiane Vulpius. Lernt Schiller kennen. Schaffenspause bis 1794.

1798 Robert Crantock princeps bis 1805

1805 Antonius van Heemstra princeps bis 1833

1833 Carlos de la Rosa princeps bis 1851

1851 Wladimir Kokowzew princeps bis 1852

1852 Cesare Correnti princeps bis 1860

1860 Jose Arabaco de Bolea princeps bis 1861

1861 Abraham Sander princeps bis 1872

1872 Joaquim de Sousa princeps bis 1876

1876 Carl Christopher Hall princeps bis 1885

1885 LazarusTzavellas princeps bis 1899

1899 Luigi Manabrea princeps bis 1911

1911 Arnold Schaffner princeps bis 1921

1921 Koloman Bitto princeps bis 1923

1923 Barbo Bibescu princeps bis 1931

1931 Wollert Sverdrup Princeps bis 1949

1949 Adalbert Welti princeps bis 1954

1954 Charles Renoir princeps bis 1977

1975 Vertrag zwischen COT und COR über den Austausch der principes.
Matthias Geldern verliert den Posten des magister imperii, weil er für Siau Chou Platz machen muß, damit der sich einarbeitet.  Sampaio geht zum COR. Nach dem Tod des regierenden princeps sollen die ausgetauschten Männer auf den successor-Posten rücken 

Geldern wird von 1975 bis 1978 ma und hat mit seinen Vorgesetzten Probleme, weil er die Digitalisierung der Archive so energisch vorantreibt, daß ihn niemand mehr kontrollieren kann. Geldern stiehlt die Akten, die er später Bucholtz vermacht, um ihn zu COT in Kontakt zu bringen und COT auf die Spur von De Kempenaers Aktivitäten zu setzen.

1977 Benjamin Swifter princeps bis 1980
Siau Chou wird successor. 
Swifter bietet Geldern seinen alten Posten als mi wieder an. Geldern lehnt ab. Er will po werden, doch an seiner Stelle bekommt Gerrit Daniel de Kempenaer den Posten.

1978 Papst Johannes Paul I. vom 26. August bis zum 28. September. De Kempenaer ist in das Mordkomplott verwickelt. De Kempener beginnt seine konservative Geheimpolitik.

Papst Johannes Paul II. 

Matthias Geldern bittet wenige Tage nach dem Papsttod um seinen Abschied. Der wird ihm gewährt. Dann bittet er darum, sich in seiner Heimat Krefeld niederlassen zu dürfen. Swifter und de Kempenaer sind sich einig, ihm das zu verweigern, weil das für 33er unüblich sei. 

1979 Matthias Geldern dokumentiert seine Geheimpolititk auf einem Mikrofilm, den sein langjähriger Freund Joseph Beuys in Braunkreuz offen versteckt. (Dies war Spielmaterial, um von der Suche nach dem Aurum Agrippae abzulenken. Die damaligen Aktivitäten in und um Schloß Moyland, die auf der Website behauptet wurden, fanden niemals statt.)

1980 Siau Chou princeps bis 14. November 1998
Adam Bonaventura Czartoryski wird zum successor gewählt.
Geldern stellt erneut den Antrag, sich in Krefeld niederlassen zu dürfen. Siau Chou genehmigt ihn gegen den wütenden Widerstand de Kempenaers.

1998 Samstag, den 7. November: Das Kölner Archiv des Rates wird entdeckt und ausgehoben. 

Freitag 13. November:  Siau Chou reist nach Shanghai und konferiert dort mit Sampaio, dem princeps des COR

Samstag 14. November: Siau Chou fliegt nach Venedig zurück. Auf dem Weg vom Flughafen Marco Polo zum Ratssitz wird ein Attentat auf ihn verübt. Siau Chou stirbt noch auf dem Boot. 
Die nicht am Behördensitz weilenden Consiliumsmitglieder werden benachrichtigt, damit sie so rasch wie möglich zur Wahl des neuen successors zusammentreten.
Der alte successor Czartoryski legt um 22.00 Uhr MEZ vor den anwesenden Consiliumsmitgliedern seinen Amtseid ab.

Dossier Bucholtz 1998      (ab 19.03.1999 am Netz)

Lanks Chronik      (ab 19.03.1999 am Netz)

Dienstag, 17. November 1998: Im zweiten Wahlgang  wird, nach tumultartigen Auseinandersetzungen, Karl Bucholtz zum successor principis gewählt
1999 17. März: Auf Karl Bucholtz wird bei Obilic im Kosovo ein Sprengstoffanschlag verübt. Sein Fahrer kann ihn zwar lebend retten, aber Bucholtz fällt ins Koma. Adam Bonaventura Czartoryski ruft agrippas mund aus.

19. März: um 16.25 geht creatores.de: Das Archiv der Gründer mit agrippas mund ans Netz 

31. März: Karl Bucholtz erwacht aus dem Koma. Die unmittelbare Lebensgefahr ist vorbei.

Der GRÜNDER-Plan für die Kosovo-Flüchtlinge ist an die deutsche Politik und die Medien übermittelt worden.

23. Mai: Wiedereröffnung des Kölner Archivs der Gründer in neuen Räumen.

9. Juli: Lank greift de Kempenaer neues Sicherheitskonzept an. Karl Bucholtz ist nach einer Sitzung umgekippt und liegt wieder im Krankenhaus.

12. Juli: Allergischer Schock Bucholtz auf Intensivstation. Er muß künstlich beatmet werden

14. Juli: Bucholtz' Lebensgefährtin betritt sein Krankenzimmer und findet sein Beatmungsgerät abgeschaltet vor. Es gibt Indizien für eine Verwicklung DeKempenaers in dieses neue Attentat.

8. August: K. Bucholtz wird von externen Einheiten unter der Führung Boduvaks aus der Intensivstation befreit und in den fünften Stock des römischen Hotels Cosmopolita an der Via IV. Novembre einquartiert. Lank wird aus dem Hausarrest befreit, wobei ein Mann de Kempenaers zu Tode kommt.

25. September: Czartoryski hält in Prag die Eröffnungsrede der Millenniums-Konferenz. Karl Bucholtz ist soweit gesund, daß er an der  Millenniums-Konferenz teilnehmen kann. 
Der Rat hat Gerrit Daniel de Kempenaers Verfahren auf die Zeit nach der Konferenz vertagt. 

10. Dezember: DeKempenaer zieht sich aus gesundheitlichen Gründen von der Millenniumskonferenz zurück.

31. Dezember: CIS und CME erlöschen einvernehmlich. Am 1. Januar 2000 nimmt Consilium Novum die Arbeit auf.

2000
 

Dossier Bucholtz 2000
      (ab 9.07.2000 am Netz)

Illigdebatte geht ans Netz.

Kooperationsvertrag zwischen COT und CLU.

2001 11. September: Anschläge auf das Word Trade Center und das Pentagon

Akte 9/11      (ab 11.11.2001 am Netz)

24. Oktober: Sprengstoffanschlag auf das Zentralarchiv der Gründer.

Dossier Bucholtz 2001      (ab 6.01.2002 am Netz)


Die Gruppe um Bucholtz spürt Gerrit Daniel de Kempenaer auf, liquidiert ihn und entdeckt Aurum Agrippae.

Aurum Agrippae wird allerdings, solange Cosgrave noch aktiv ist und weit darüber hinaus, geheim gehalten.

2002 Akte Orgacons und Akte Datacons gehen ans Netz

2003 Irakkrieg beginnt gegen den erklärten Willen der Gründer.

Am 3. Januar 2003 melden sich in der Rubrik agrippas mund erstmals Mitglieder der Führungsspitze von COT unverschlüsselt zu Wort:

Wir sind besorgt über das militärische Engagement Kontinentaleuropas in Afghanistan. Während Amerikaner und Briten nicht einmal mehr so tun, als könnten sie Bin Laden fangen, während die vermeintlich uneinnehmbare Bergfestung Tora Bora sich als Gewirr muffiger Gänge entpuppt, Al Quaida nach Pakistan, Saudi-Arabien und in den Jemen entwischt und die kämpfende Truppe des Westens sich zunehmend auf die Bekämpfung des fundamentalistischen Warlords Gulbuddin Hekmatyar konzentriert, mutet Kontinentaleuropa sich etwas zu, das es nicht leisten kann: das nation-building. 
Wo eigentlich? In Kabul? Nicht einmal das beherrschen wir!
Der Gucci-Mudschahid Hamed Karzai, einziger Paschtune in der ansonsten rein tadschikischen Herrschaftsclique hat kaum Zukunft. Dieser ehemalige Laufbursche des texanischen Ölkonzerns Unocal wird das Land nicht vereinigen. Dazu bedürfte es einer Integrationsfigur oder eines Gewaltmenschen. Karzai ist keines von beiden. Vermutlich wird eines Tages die Pipeline durch Afghanistan laufen. Doch von erfolgreichem nation-building wird auch in zehn Jahren keine Rede sein. Im Gegenteil: der Widerstand der Afghanen gegen jede fremde Truppenstationierung beginnt gerade erst, sich zu formieren.
Wir müssen aufpassen, daß die Soldaten Kontinentaleuropas nicht durch die amerikanische Irak-Politik in eine ausweglose Lage manövriert werden. Nicht, daß der US-Angriff auf den Irak in Afghanistan einen Amoklauf auslöst!
(Benjamin Manners, praefectus extra)

Öl und Gas! Natürlich ist das great design der Amerikaner rund um die Pipelines gebaut. Mir als Chinesen möge man verzeihen, wenn ich dabei nicht den Energiebedarf des Westens im Vordergrund sehe. Mindestens genauso wichtig ist es den Amerikanern, das aufstrebende China von den Energiereserven der kaspischen Region abzuschneiden. Chinas industrielle und militärische Entwicklung soll gehemmt werden. Es geht Amerika darum, den Tag hinauszuschieben, an dem China ihm im Pazifik als gleichrangige Supermacht gegenübersteht. Mit gewissen Einschränkungen gilt das auch gegenüber Indien, selbst wenn die Amerikaner im Augenblick den Subkontinent noch als Bündnispartner gegen Pakistan und China brauchen.
Der erste Pflock ist mit Afghanistan eingeschlagen. Über Afghanistan kontrollieren sie das kaspische Öl. Den zweiten Pflock werden sie im Irak einschlagen, um das Öl der Golfregion auch dann noch zu kontrollieren, wenn die korrupten arabischen Feudalstaaten unter dem Druck islamistischer Opposition zusammenbrechen. Zugleich werden die drei stärksten islamischen Mächte der Region in die Zange genommen: Syrien durch Israel und den Irak. Iran durch den Irak und Afghanistan. Pakistan durch Afghanistan und Indien. 
Nichts hätte die amerikanische Öffentlichkeit besser auf diesen strategischen Doppelschlag vorbereitet, als die Attentate vom 11.9.2001. In der Rechnung der Strategen dürfte der damit einhergegangene Verlust an Menschenleben und Wirtschaftskraft vertretbar sein. Müssen wir es uns also, angesichts einer Fülle ungeklärter Fragen, verbieten, die Frage "cui bono?" zu stellen? Man muß ja nicht geradezu annehmen, daß die Attentate von den amerikanischen Diensten geplant und durchgeführt wurden. Aber ist es gänzlich undenkbar, daß man sah, was kommen würde - und es geschehen ließ? Wie bei Pearl Harbor?
(Herr Dsien, magister imperii)

Ich weiß beim besten Willen nicht, was das Gewinsel soll! Die westlichen Gesellschaften haben sich als unfähig erwiesen, ihren Energiebedarf auf nicht-fossiler Basis zu decken. Wir sind zu gierig, um zu sparen. Wir sind zu feige für die Kernenergie. Wir sind zu umweltbewußt für Kohle. Und wir waren zu korrupt, um rechtzeitig Sonne, Wind, Wasser, Biomasse oder Erdwärme in einem Umfang zu fördern, der sie gegenüber herkömmlichen Energiequellen konkurrenzfähig machte. 
Nun sind wir von Öl und Gas abhängig. Nimmt man sie uns weg oder drosselt man nur die Zufuhr in nennenswertem Umfang, dann ist die Weltwirtschaft in einem Vierteljahr am Ende. Die bloße Ahnung, irgendein Schwert des Islam könnte diese Leitung kappen, läßt Aktienkurse purzeln und verursacht erratische Währungsschwankungen. Wir brauchen Öl und Gas, wenn unsere Lebensweise nicht sehr bald Geschichte sein soll. Europa ist militärisch zu schwach, um Förderung und Logistik zu garantieren und vor islamistischen Wirrköpfen zu schützen. Wenn nun Amerika sich dieser Aufgabe annimmt - warum sollen wir im Weg stehen? Für Europa ist es ungefährlicher, von schmutzigen texanischen Ölmilliardären abzuhängen, als vom saubersten Korangelehrten.
Ob Saddam Hussein tatsächlich Massenvernichtungswaffen besitzt, in einem Umfang, der den amerikanischen Einmarsch rechtfertigt, oder ob seine Entwaffnung nur einen Vorwand darstellt, scheint mir irrelevant. Mich beschäftigt die Frage, ob wir auch noch in fünf Jahren zwischen Lissabon und Wladiwostok heizen können, autofahren oder Kunststoffe produzieren.
(Victor Polignac, praefectus horrei)

Im Norden leben die Kurden. Zerfällt der Irak, dann tangiert ihr Nationalitätenproblem die Türkei und in geringerem Umfang auch Syrien. Im Süden leben die Schiiten rings um Alis Grab und die übrigen Heiligtümer von Nedschef und Kerbala. Zerfällt der Irak, profitiert der Iran - vom Bevölkerungszuwachs, von den Ölfeldern und der nie zuvor gekannten Geschlossenheit eines sakralen schiitischen Territoriums. In der Mitte liegt Bagdad mit seinen Millionen Einwohnern, den gebunkerten Bio- und Chemiekampfstoffen (soweit sie nicht in Syrien versteckt wurden) und zigtausend Profiteuren des Saddam-Regimes, die nichts mehr zu verlieren haben. Im Westen liegt Israel, das atomar zurückschlägt, wenn nur eine einzige von Saddams verbliebenen Scud-Raketen chemischen oder biologischen Schaden anrichtet. Nun kann man natürlich fragen: wagt es Scharon, Bagdad vom Erdboden zu tilgen, wenn dort gerade hunderttausend GI's im Häuserkampf gegen Saddams Leibgarden stehen? Eine heikle Frage.
Verhältnismäßig sicher ist demgegenüber, daß jedes Engagement der Amerikaner im Irak dem Fundamentalismus Legionen neuer Anhänger zutreibt, von Marokko bis Bali und von Tschetschenien bis zum Jemen.
Wir hatten einen Vorschlag gemacht: zehntausend Mann Special Forces und fünfhundert Geheimdienstler aus der Luft bei Nacht und Nebel. Dazu unbegrenzter Einsatz intelligenter Bomben. Ein achtundvierzigstündiger Enthauptungsschlag in Bagdad und den Präsidentenpalästen. Fließende Machtübernahme durch eine irakische Junta. Danach sukzessive Abrüstung der Massenvernichtungswaffen gegen Aufhebung von Sanktionen. Das wollten die Amerikaner nicht. Das war ihnen zu klein. Die große Alternative, den amerikanischen Einmarsch, halte ich für einen schweren, möglicherweise epochalen Fehler.
Trotzdem wird der UN-Sicherheitsrat, falls überhaupt noch befragt, Formulierungen finden, die den USA mehr oder weniger freie Hand lassen. Wir werden weder in Rußland, noch in Frankreich, England oder Deutschland gegen das entsprechende Abstimmungsverhalten opponieren, denn die Amerikaner machen am Ende doch, was sie wollen. Es wird schon genug Schaden angerichtet von der Bush-Administration. In dieser Lage sollten wir uns biegen, um nicht zu brechen. Sonst gelingt es dieser Bande verantwortungsloser Wirrköpfe am Ende noch, die transatlantischen Beziehungen für mindestens eine Generation zu ruinieren.
(Dimitrij Samjatin, praefectus strategus)

Amerika ist das neue Rom. Westeuropa liegt diesseits des Limes. Rußland ist das Grenzgebiet.
So einfach und peinlich ist die Sachlage. Man kann sie beklagen, doch um sie zu verhindern, hätten die beiden Weltkriege verhindert werden müssen, wahrscheinlich schon die europäische Urkatastrophe des Dreißigjährigen Krieges, an deren Ende Deutschlands heillose Zersplitterung stand - die Wunde, die später zuerst blutig, dann brandig aufbrach.
Amerika ist das neue Rom. Das alte Rom ging an strategischer Überdehnung zugrunde. Europa kann Amerika nicht zwingen oder hindern. Wir sind Vasallen. Europa kann derzeit nur gute Miene zum bösen Spiel machen, um die verbliebenen Reste von Partnerschaft zu retten. Mit brennender Sorge sehen wir, wie Amerika sich überhebt. Wenn sie kommen, um ihren Kampf gegen Islamismus und für Öl zu kämpfen - und sich festkrallen in der Region - wird das sie schwächen. Die Kosten einer solchen Besatzung werden in jeder Hinsicht exorbitant sein. Und Europa kann sich nicht dagegen wehren, diese Rechnung Amerikas zu begleichen, die uns zu allererst über den Ölpreis präsentiert werden wird. Merke: alternative Energie ist keine grüne Spinnerei, sondern ein strategischer Trumpf im Überlebenskampf der Kontinente.
Sollten die Amerikaner demnächst feststellen, daß sie mehr gestemmt haben, als sie tragen können und sich hinter den Atlantik zurückziehen, um den Kampf um ihre Zukunft im Pazifik zu führen, dann stehen wir allein mit den Problemen da, die sie uns hinterlassen. Vielleicht erleben wir dann die Neuauflage des christlich-islamischen Weltkrieges von 700 bis 1700 - diesmal im Mittelmeer, an Rußlands Grenzen, und in den Metropolen Westeuropas.
Aber kann sich Amerika überhaupt zurückziehen? Kann es die arabischen Ölfelder aufgeben - so energieverschwenderisch, wie es wirtschaftet? Kann es das kaspische Öl loslassen - damit China es sich holt, um den Pazifik zu dominieren? Kann Amerika Israel im Stich lassen? Das nun nie und nimmer, so wie die amerikanische Innenpolitik beschaffen ist.
Wir werden uns also darauf einrichten, daß Amerika kommt, um zu bleiben. Wir werden die Demütigung schlucken. Helfen, wo wir können. Den Kopf einziehen, wo wir müssen. Und es am Ende mit einem überanstrengten Amerika zu tun haben, das aus Schwäche wieder fähig ist zur Partnerschaft.
Wir werden sonderbare Konstellationen erleben: die Besiedlung Sibiriens wird zwischen Rußland, Amerika und China verhandelt. Die westeuropäischen Rentensysteme werden vielleicht von osteuropäischen Zuwanderern gerettet. Die britische Marine wird vermutlich in nicht allzu ferner Zeit Italiens endlose Küsten vor afrikanischer Zuwanderung schützen. Vielleicht erleben wir, während wir uns noch ums Öl sorgen, daß in den Förderländern Trinkwasser, nicht Öl, zum alles entscheidenden strategischen Rohstoff wird.
An dieser Stelle sollten wir uns erinnern, daß die Quellen von Euphrat und Tigris in der Türkei liegen. Außerdem kommt viel Öl auf Tankern durch den Bosporus. Demnächst noch mehr über den Ceyhan-Terminal südlich von Incirlik. Bringt es wirklich nur Nachteile, die Türkei europäisch zu integrieren?
Kurz und schlecht: Amerika wird den Irak angreifen. Das ist kaum noch zu ändern.
Darüber darf allerdings nicht die amerikanisch-europäisch-russisch-chinesisch-indische Allianz gegen den Islamismus zerbrechen. Um keinen Preis!
So wie er heute ist, hat der Islam keine zivilisatorische Perspektive zu bieten. Das wäre nicht schlimm - wenn er sich auf sein derzeitiges Territorium beschränkte. Wir können damit leben, daß der Islam sich durch jeden Coca-Cola-Automaten in Algier gedemütigt fühlt. Wir können damit leben, daß eine christliche Messe in Saudi-Arabien unter Todesstrafe steht. Wir können damit leben, was Frauen durchmachen, die sich in Teheran mit lackierten Fingernägeln erwischen lassen. Wir können sogar damit leben, daß die islamische Diaspora von uns vehement jene Toleranz fordert, die der Islam in seinen Kerngebieten selber nicht gewährt. Mich stört keine Moschee in Köln. Mich stören keine verschleierten Frauen, ich mag die arabische Küche und wenn ich im Petersdom einem Muslim im grünen Turban begegne, dann schlage ich ihn nicht tot, sondern freue mich über sein interkulturelles Interesse.
Womit wir jedoch nicht leben können, das ist die wachsende Militanz zumeist junger, ungebildeter, hungriger, männlicher Muslime ohne Perspektive, die ihr jämmerliches Heil im Kampf gegen alles suchen, was dem Buchstaben des Koran widerspricht. Sie wollen dem Westen ihren Willen aufzwingen. Sie wollen in unseren Ländern leben, ohne sich an unsere Gesetze zu halten. Sie betrachten den Terror gegen unser wertloses ungläubiges Leben als legitimes Mittel. Sie richten ihren Terror nicht gegen unsere Soldaten, sondern gegen Geschäftsleute, Discobesucher und Touristen. Man wird sie bekämpfen müssen.
Da diese weltweite Entwicklung ihren demografischen Scheitelpunkt erst in rund zwanzig Jahren erreicht, müssen wir uns auf eine lange Auseinandersetzung gefaßt machen. Wir brauchen eine Allianz aller Weltkulturen, die zu transzendenter Toleranz fähig sind. Kern dieser Allianz muß die transatlantische Partnerschaft bleiben - ganz gleich, wie schwer der Fehler ist, den die USA im Irak begehen.
(Karl Bucholtz, successor principis)

Was hält uns eigentlich zusammen, uns Freunde diesseits und jenseits des Atlantik? Sind wir einer Meinung über Umweltpolitik, Völkerrecht, den Sinn der NATO, das Gefangenenlager auf Kuba, die neue amerikanische Sicherheitsdoktrin oder den Irak? Mitnichten.
Teilen wir die selben Werte, wie immer betont wird? Europa, das aus grausigen Religionskriegen tiefe Skepsis gelernt hat - und Amerika, das zu weiten Teilen tief und naiv glaubt? Kaum. Da gilt schon eher, daß die amerikanisch-israelische Achse durch ähnliche Denkstrukturen christlicher Fundamentalisten und orthodoxer jüdischer Siedler unterfüttert wird.
Ich denke nicht, daß das Christentum noch als transatlantisches Bindeglied taugt - es sei denn, nach einer Katastrophe ungeahnten Ausmaßes würde sich Europa ent-säkularisieren. Ich kann nicht einmal behaupten, daß es mir leid tut, um dieses verlorene Bindeglied, denn meiner Überzeugung nach hat die Machtübernahme der drei monotheistischen Buchreligionen Judentum, Christentum und Islam viel Unversöhnlichkeit gestiftet - Unversöhnlichkeit von einer Art, wie die Antike sie nicht kannte. Wohl kannte die Antike eine Unversöhnlichkeit vitaler Interessen, die einander bekämpften, notfalls bis auf den Tod. Aber die Unversöhnlichkeit der religiösen Überzeugung - ? 
Stünde es in meiner Macht, ich würde überall auf der Welt Vielgötterei einführen - aber das ist natürlich nur ein trauriger Witz.
Was also hält uns in Zukunft zusammen, uns Freunde diesseits und jenseits des Atlantik? Wenn überhaupt etwas, dann das hellenistisch-römische Menschenbild, die erste Säule unseres gemeinsamen Erbes. Der Mensch, der im Diesseits nach Glück strebt, wenn nötig, indem er die Götter herausfordert. Prometheus und Sisyphos. Der Mensch, der ständig danach strebt, die Grenzen seines Denkens zu erweitern. Heraklit und Platon. Der Mensch, der sein Gemeinwesen führt und etwas hinterläßt, das auch als Ruine noch Bewunderung erweckt. Perikles und Agrippa. Der Künstler, der um ein Bild vom Menschen ringt. Der Entdecker, der sich vom Unbekannten locken läßt...
Wenn sie uns nicht zusammen halten, dann - und nur dann - zerfällt der Westen. Dann steht Amerika alleine China gegenüber - und Europa mit Rußland der islamischen Grenze von Gibraltar bis Sinkiang.
Wir müssen es ein bißchen intensiver pflegen, dieses überlebenswichtige, identitätsstiftende Menschenbild. Wir müssen seine Geschichten erzählen, damit das selbstvergessene, verzagte Heute sich wieder erinnert. Gelingt uns das, haben wir nichts zu fürchten.
(Adam B. Czartoryski, princeps)


Am 17. Januar 2003 erscheint auf der Website der Mitschnitt eines transatlantischen Telefonats vom 12.01.03.
Teil nahmen von seiten des CNM James Brodkey, princ und von Seiten des COT Adam B. Czartoryski, princ, Karl Bucholtz, succ, sowie die praefecten Polignac und Samjatin.

Czartoryski: Jim?
Brodkey: Hm.
Czartoryski: Karl, Samjatin und Polignac sind zugeschaltet.
Brodkey: Nichts dagegen. War verabredet.
Bucholtz: Interessiert sich jemand für das EEG von Richard Lank? Er liegt immer noch im Koma.
Brodkey: Damit haben wir nichts zu tun, Karl, bitte glaub mir. Absolut nichts!
Bucholtz: Selbstverständlich glaub ich dir, Jim, wenn du das sagst, dann wird das wohl so sein. Amerikaner lügen nicht.
Brodkey: Wie hat es mit uns so weit kommen können?
Samjatin: Interessanter wäre die Frage, wie wir da wieder rauskommen.
Czartoryski: Also ein offenes Gespräch, ohne Denkverbote ...
Brodkey: ... das ihr dann wieder auf eurer Website veröffentlicht? So wie den überaus offenen 'agrippas mund' von vor zwei Wochen?
Czartoryski: In etwa. Natürlich liest du vorher Korrektur.
Brodkey: Okay, dann reden wir so, als ob es deinen und meinen Laden nicht gäbe. Wir reden nur über Staaten diesseits und jenseits des Atlantik ...
Bucholtz: ... und Pazifik!
Brodkey: Danke, Karl! Den hätte ich sonst glatt übersehen.
Bucholtz: Wohl eher nicht. Aber du neigst dazu, die pazifische Flanke zu verschweigen. Also - wann greift Amerika an? 
Brodkey: Ich weiß nicht.
Czartoryski: Tja ...
Brodkey: Ich weiß es wirklich nicht. Ich weiß nichtmal mehr, ob Amerika überhaupt angreift ... im Frühjahr, meine ich. Rumsfeld und Wolfowitz streiten immer noch mit ihren Stabschefs, ob nun ein schlanker Technokrieg geführt wird oder konventionelle Truppenmassierung es bringen soll. Blair kriegt Probleme bis ins Kabinett - woran ihr ja maßgeblich beteiligt seid, egal, ob ihr euch scheinbar mit dem Krieg schon abgefunden habt. Chiracs Position, wenn er eine hat, ist höchstens einer seiner beiden Gehirnhälften bekannt. Die neuerdings islamistisch regierte Türkei zieht nicht mehr so recht mit - unschön für unsere Nordfront. Amerikas Öffentlichkeit wundert sich sehr, weil die Administration Bush nicht umschwenkt auf Nordkorea als Gegner der Stunde. Und nachdem Saddam den Russen die Ölverträge gekündigt hat, gibt es plötzlich eine völlig neue Option: die Russen nutzen ihre exzellenten Beziehungen zum Gros des irakischen Offizierskorps, um eine Putsch- oder Exillösung zu organisieren.
Samjatin: Diesseits des Atlantik wohlbekannt.
Brodkey: Höre ich da eine gewisse Selbstgefälligkeit in Ihrer Stimme, Gospodin Samjatin?
Samjatin: Durchaus, Mister Brodkey, durchaus.
Czartoryski: Du sagst also, daß euer illegaler Präsident plötzlich neue Optionen in Erwägung zieht, die nicht unbedingt kriegerisch sind?
Brodkey: Ich nenne sie kryptopolitisch-militärisch. Vielleicht eine Kombination russischer Beziehungen mit amerikanischen Luftlandetruppen, die den irakischen Putsch absichern? Wer weiß. Und übrigens: unser Präsident ist nicht illegal. Der oberste Gerichtshof hat ihn bestätigt, und damit ...
Bucholtz: ... das hat er nicht, Jim, und das weißt du auch recht gut. Der Oberste Gerichtshof hat am 9. Dezember 2000 um 14.45 Uhr die Stimmennachzählung in Florida gestoppt, als Al Gore  nur noch 66 Stimmen zurücklag und immer weiter aufholte. Der Oberste Gerichtshof hat entschieden, daß die Stimmen der Bürger des Staates Florida nicht zu seinem Wunschergebnis paßten. Das ist alles. Wäre korrekt gezählt worden, ohne Gesetze des Bundes und des Staates Florida zu brechen, dann hätte Al Gore den Staat Florida und damit die Mehrheit im Wahlmännerkollegium gewonnen. Der legitime Präsident hieße Al Gore. So, wie eure Medien arbeiten, gilt er jetzt auch noch als schlechter Verlierer. Aber ich will darauf gar nicht weiter rumreiten, zumal damals De Kempenaer seine Finger im Spiel hatte. Fakt ist: Jung-Bush weiß um seine Illegitimität. Er braucht einen auswärtigen Sieg für seine Wiederwahl. Er muß verhindern, daß die Leute ihn einfach auslachen, wie in den ersten Monaten seiner sogenannten Präsidentschaft. Bush braucht die Trophäe Irak für seine Wiederwahl. Ich glaube, ihn persönlich interessiert auch gar nicht viel mehr. Ich halte ihn für unfähig, die geo- und petrostrategischen Überlegungen seiner Berater auch nur ansatzweise nachzuvollziehen. Es gibt genau zwei Gründe für Amerikas Eingreifen im Irak: Jung-Bushs Wiederwahl und Iraks Öl ...
Brodkey: ... aber von Massenvernichtungswaffen hast du noch nie gehört?
Czartoryski: Du meinst Chemikalien und Biomaterial, das der ehemalige Sondergesandte Rumsfeld Saddam besorgt hat?
Brodkey: Sind diese persönliche Spitzen unvermeidlich?
Czartoryski: Wenn sie der Wahrheitsfindung dienen ... Sicher hat der Irak noch Anthrax. Bestimmt ein paar tausend Tonnen. Ich weiß nicht, ob es ausreicht, um die ganze Menschheit auszurotten, oder nur die halbe? Dann hat er noch ein paar Gase und Nervengifte und ...
Brodkey: ... das nehmen wir ihm alles ab.
Czartoryski: Aber nicht nur Saddam hat das Zeug. Das haben Dutzende von Staaten.
Brodkey: ... mit Saddam fangen wir an. Gut, meinethalben ja - wir fangen mit dem Irak an, weil das Öl uns wichtig ist.
Polignac: Warum so aufgeregt? Das ist doch ein durchaus ehrenwertes Motiv. Wie gesagt: ich liebe es, im Winter zu heizen. Aber wozu dann noch die Farce mit den Waffeninspektoren? Wenn eure Dienste wissen, wo die Gifte liegen, dann gebt den Inspektoren doch einen Tipp, sie präsentieren der Welt den "rauchenden Colt" und ihr habt eure Scheinlegitimation.
Brodkey: Aber unser Quellenschutz hat ein Leck ... und wenn die Inspektoren dann plötzlich an den Lagern aufkreuzen, lagert Saddam das Gift um. Dann wissen unsere Jungs nicht mehr, wo sie bei Kriegsbeginn zuschlagen müssen, um den Dreck zu neutralisieren.
Polignac: Das ist ja mit Verlaub das dämlichste ...
Bucholtz: ...Moment - das sagt nicht er. Das ist offizieller Standpunkt der US-Regierung.
Polignac: Trotzdem dämlich!
Bucholtz: Stammt aber nicht von ihm.
Polignac: Aber, das ist doch Irrsinn. Amerika kennt angeblich die Lager der Massenvernichtungswaffen. Amerika kann angeblich der UN die Lagerorte nicht nennen, weil das Zeug sonst umgelagert wird. Was denn nun, wenn die UN-Inspektoren das Zeug selbständig finden? Wird es dann etwa nicht umgelagert? Das heißt doch: entweder will Amerika gar nicht, daß die Inspektoren fündig werden. Dann frage ich mich, warum man die Inspektoren überhaupt suchen läßt.
Gut, naja, vielleicht, um die UN nicht unnütz zu brüskieren.
Oder Amerika tut nur so, als ob es Lagerorte wüßte und ist darauf erpicht, daß die Inspektoren ihm die nötigen Beweise liefern. Nur - warum behauptet Washington dann, es wüßte, wo das Zeug liegt.
"Ich weiß, wo das Zeug liegt, aber ich verrate es nicht" - das kommt auf Dauer nicht sehr gut, Monsieur Brodkey.
Brodkey: Ihr zwingt uns doch zu dieser Farce.
Czartoryski: Wer? Wir?
Brodkey: Nicht ihr persönlich! Aber eure müden, feigen Politiker. Die Studienräte, die mit dem Auto zur Friedensdemonstration fahren und dabei vergessen, daß unsere Jungs für ihr bleifreies Benzin geblutet haben. Oder die Muttis, die bei 180 Grad im Backofen Weihnachtsplätzchen für den Frieden backen. Bei euch kommt die Energie aus der Steckdose, nicht wahr?
Weißt du, das hasse ich an Europa: Diese Heuchelei. Natürlich verschwendet Amerika Energie. Aber wir heucheln wenigstens nicht. Wir sagen: okay, so sind wir nunmal, wir brauchen das Öl, es ist zu wichtig, um es den Arabern zu überlassen, also holen wir es uns. Aber ihr, ihr kriegt doch schon Herzflattern, wenn man hinter eine Berliner Beamtenstelle den Vermerk k.w. setzt. Kann künftig wegfallen. Das ist menschenunwürdig, meint ihr. Was glaubt ihr eigentlich, was bei euch künftig alles wegfällt, wenn wir nicht mehr für euren Ölnachschub sorgen?
Polignac: Halten wir also fest: die Waffeninspektoren sind eine Farce, die gespielt wird für die liberale westeuropäische Öffentlichkeit und für die kritischen Stimmen in Rußland ...
Bucholtz: Und für die islamischen Völker dieser Welt.
Brodkey: Ja und?
Bucholtz: Du irrst dich Jim. Zumindest wir hier denken keinen Augenblick, wir wären euch moralisch überlegen. Wir sind aber schlauer. Wir sind näher am Problem. Wir haben Erfahrungen, die euch Glücklichen erspart geblieben sind.
Brodkey: Erspart? Ich sage nur: 9/11. Erspart? Dreitausend Tote?
Bucholtz: Schrecklich. Aber es ist doch gar nicht die Zahl der Toten, die euch so aufregt - es ist vielmehr die Tatsache, daß es mitten in New York geschah. Verluste habt ihr schon früher verkraftet. Was euch fertigmacht, ist die Angreifbarkeit des eigenen Territoriums. Für euch ist das neu. Für jeden Europäer ist das selbstverständlich.
Brodkey: Unbestreitbar.
Bucholtz: Und deswegen durfte Herr Dsien nicht an dieser Telefonkonferenz teilnehmen - weil er hinterfragt hatte, was in New York geschah?
Brodkey: Kein Thema. Nächstes Thema.
Bucholtz: Stell dir vor, alles klappt. Von mir aus sogar ohne richtigen Krieg. Halb Putsch, halb Special Forces, oder wie auch immer ... beim body count strahlende Gesichter. Die Ölkontrakte sind schon unterzeichnet. Ihr beherrscht Kirkuk, meinethalben sogar militärisch. Wie viele Millionen Terroristen hast du dann gezüchtet? Die durchgeknallten islamistischen Apokalyptiker bräuchten doch eigentlich nur Vorwände. Nun habt ihr ihnen aber handfeste Argumente geliefert ...
Brodkey: Wir lösen das Terrorismus-Problem, sobald es auftaucht.
Bucholtz: Ihr solltet es lieber vermeiden. Nächste Frage: was ist, wenn ihr die Massenvernichtungswaffen nicht gleich auf Anhieb ausschaltet? Oder wenn die Ölfelder in Kirkuk und Mosul schon brennen, bevor ihr gelandet seid? Ihr habt nicht genug unbemannte Drohnen, um die Areale zu sichern. Was ihr an Global Hawks oder Predators aus dem Krieg gegen den Terror abzieht, ermöglicht Al Quaida unkontrollierte Operationen. Ihr habt kein Konzept für ein involviertes Israel. Kein Konzept für ein involviertes Pakistan, wenn Kaschmir im Windschatten eurer Aktion zum Problem wird. Ihr habt für nichts Konzepte. Ihr habt nur das Best-case-Szenario. Deshalb rebellieren doch die Army-Gernerale gegen die zivile Pentagon-Führung um Rumsfeld und Wolfowitz. Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, wie der Heereschef General Eric Shinseki vor Weihnachten die Pentagonspitze kritisiert hat. Ist denen das eigentlich nicht peinlich, als chicken hawks bezeichnet zu werden? Alles ein bißchen dürftig, nicht wahr? 
Samjatin: Zudem ist das Problem eurer Unbeliebtheit längst aufgetaucht und ungelöst liegen geblieben. Ihr habt nichtmal angefangen, den islamistischen Terror zu besiegen. Wenn ihr nun dem vergleichsweise unfanatischen Saddam den Kopf abschlagt, dann wachsen der Hydra nicht einer, nicht zehn oder tausend, sondern Millionen Köpfe nach.
Bucholtz: Die islamischen Apokalyptiker ...
Brodkey: ... ja sicher, die Apokalyptiker, das haben wir inzwischen durchaus verstanden.
Samjatin: Macht euch keine Illusionen! Nicht bloß die Apokalyptiker. Das ist doch die weit überwiegende Zahl aller Muslime, auch die unfanatischen. Liest man eigentlich jenseits des Atlantik den SPIEGEL?
Brodkey: Von dieser Woche? Noch nicht.
Samjatin: Da gibt es eine Fußballstory ...
Bucholtz: Dimitrij!
Samjatin: Es ist ein Fehler, Karl, sich immer nur den gebildeten, westlich geprägten Eliten zu widmen. Schmeiß mich raus, wenn du der Chef bist. Aber bis dahin laß mich reden! Es spielt Fenerbahce Istanbul. Fußball, was sonst. Und was, glaubt ihr, hält deren Fanblock für ein Plakat raus? Was hängt von der Tribüne? Fußballerwaden? Spielernamen? Anfeuernde Slogans? Nein, Mister Brodkey, das Plakat ist überschrieben "Istanbul since 1453" und zeigt Szenen der Eroberung des christlichen Constantinopel durch Sultan Mehmed. Das sind die Leute, denen ihr den Weg nach Europa so nachdrücklich ebnen wollt ...
Bucholtz: ... und dennoch brauchen wir sie für die Pipelines! Und um die Quellen von Euphrat und Tigris für uns ...
Samjatin: Ja. Leider.
Brodkey: Wie bitte?
Bucholtz: Ihr sorgt euch doch dauernd ums Öl. Fürchtet, islamische Fanatiker könnten den Westen erpressen, oder meinethalben auch zynische Machtpolitiker.
Brodkey: Ja und? 
Bucholtz: Wenn man nun eine geostrategische Zwickmühle baute, mit einer europäisch integrierten Türkei, die die Quellen von Euphrat und Tigris beherrscht. Und der Irak verweigert Öl. Und man könnte ihm dann schlicht drohen: lieferst du kein Öl, liefern wir kein Trinkwasser ...
Brodkey: Nun, nach den letzten Wahlen ... scheint der türkische Verbündete unzuverlässig zu werden. Vielleicht canceln wir die Weltbankkredite. Oder wir überreden die Generale zum Putsch.
Darf ich auch mal eine Frage stellen?
Czartoryski: Bitte.
Brodkey: Wie würdet ihr Kabinettspolitiker das Problem angehen?
Czartoryski: Den islamistischen Terrorismus? Aufspüren. Korrumpieren. Still und leise töten.
Die Massenvernichtungswaffen in irakischer Hand: neues Regime implementieren und mit ihm über Abrüstung verhandeln. Scheitert das: massive Eindämmung und Abschreckung.
Die Türkei: erstmal abwarten.
Brodkey: Und das Öl?
Czartoryski: Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Wir haben es mit Feinden zu tun, denen der Lebensstandart ihrer eigenen Völker egal ist. Die stört es nicht, wenn Saudi-Arabien plötzlich keine Erdöleinnahmen mehr hat. Wie gesagt, Apokalyptiker, Handlanger des Weltuntergangs ...
Brodkey: Und wenn wir gemeinsam gegen Saddam vorgehen? Gegen ihn persönlich? 
Czartoryski: Du meinst, uns als ...
Brodkey: Deinen und meinen Laden. Unabhängig von staatlichen Diensten.
Bucholtz: Das eignet sich jetzt nicht mehr für die Website. ( ... )

Die Amerikaner marschieren im Irak ein.

Im Mai deckt unser Herausgeber einen Anschlag gegen die Website creatores.de auf. Die Website geht für drei Wochen vom Netz und nimmt dann, mitten in Akte Konstantinopel mit modernisiertem Layout die Arbeit wieder auf.

November/Dezember leitet Bucholtz im Kölner Archiv jene Konferenz, als deren Ergebnis Pakistan und Indien deeskalieren. Vorgeschichte und Begleiterscheinungen dieser Wochen demnächst hier in Zett ...? .

2004 Nota Agrippae geht ans Netz mit strategischen Notizen der Gründerspitze.

2005 Columnae geht ans Netz mit dem Unterhaltungsprogramm zur Jahrfünftkonferenz der Räte.

collection widerwort geht ans Netz mit den Lank-Interviews.

2006 CCAA geht ans Netz

2007 Ende Oktober wird die Website gewendet. Gelderns Kanon erscheint in Romanform bei BoD.

2008 Im Februar geht Aurum Agrippae ans Netz.

Im Frühjahr verdichten sich die Gerüchte über unlösbare Querelen zwischen den Gründern und dem Orakelrat. Das Bündnis scheint zu zerbrechen. COT und CNM scheinen eine engere transatlantische Kooperation anzustreben. Benjamin Manners wird angeblich in China ermordet. Herr Dsien begeht in Venedig angeblich Selbstmord.

Anfang August geht Zett ans Netz.

Am 12. August 2008 fliegt princeps Adam Bonaventura Czartoryski zu Gesprächen mit der Führung des Orakelrats nach China. Er tötet dort Ho Lung, den Chef von COR und sich selbst mit einem Sprengstoffgürtel.

Am 13. August tritt in China Lao She die Nachfolge Ho Lungs an. Karl Bucholtz, feliciter regnante, wird princeps der Gründer. Die Dreiunddreißig wählen Antje Peeters zur successor principis. Das Bündnis zwischen COT und COR wird feierlich beschworen. Ben Manners und Herr Dsien verlassen ihre Verstecke.

Anfang September macht Richard Lank die Ereignisse in einem widerwort öffentlich und bestätigt zugleich dem protestierenden  Herausgeber, dass an die weitere Publikation von Zett auf der Website derzeit nicht zu denken sei. Stattdessen erscheint ab Oktober 2008 in agrippas mund kontinuierlich das Vermächtnis Adam Bonaventura Czartoryskis und wird in der Rubrik Plumbum Agrippae archiviert.

2012  Das bisherige Textkonvolut Plumbum Agrippae wird, zwecks Überarbeitung, vom Netz genommen. Dessen ungeachtet werden alle neuen Folgen von agrippas mund, sukzessive in Plumbum Agrippae archiviert. Der Herausgeber äußert in scharfer Form sein Unverständnis.